Warnstreik am Uniklinikum

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Gießen(pm). Zum ersten Mal seit der Übernahme durch den Asklepios-Konzern ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik im Uniklinikum Gießen und Marburg auf. Der Streik läuft von Dienstag, 29. September, Beginn der Frühschicht bis Mittwoch, 30. September, Ende der Spätschicht, an beiden Standorten.

Konkreter Anlass für den Streik sind die laut Verdi "stockenden Verhandlungen" über eine neue Eingruppierung für die Beschäftigten. "Unsere Geduld und unser Verständnis sind am Ende", so Fabian Dzewas-Rehm, Verhandlungsführer und Verdi-Fachsekretär Gesundheit. Viele Mitarbeiter warteten seit Jahren auf eine bessere Bezahlung. Für viele Beschäftigte bringe die Spitzenmedizin keine Vorteile. Im Gegenteil: Das Uniklinikum bezahle beispielsweise die in der Pandemie so wichtigen Laborassistentinnen so schlecht wie keine andere Uniklinik.

Ziel der Gewerkschaft ist die Angleichung der Eingruppierungen und somit der Bezahlung an die öffentlichen Krankenhäuser. Dort verdienten Beschäftigte zum Teil mehrere hundert Euro im Monat mehr, heißt es in einer Mitteilung.

Zur Durchsetzung einer verbesserten Eingruppierung hatte es im Frühjahr 2019 bereits mehrere Streiktage gegeben. Zwischenzeitlich konnten mit einem Vorschalttarifvertrag Verbesserungen für einige wenige Berufsgruppen wie Lehrkräfte und Stationsleitungen im Pflegedienst erzielt werden. Die Tarifverhandlungen betreffen die rund 7800 nicht-ärztlichen Beschäftigten. Die verbliebenen Landesbeschäftigten sowie die Ärzte werden von Tarifverträgen des Land Hessens erfasst.

Die UKGM-Geschäftsführung hält den Streikaufruf für "völlig unbegründet". "Wir sind bei unseren Gesprächen zur Weiterentwicklung unseres Haustarifvertrages auf gutem Weg", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Gunther K. Weiß.

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