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Wallenfels’sches Haus ab Sonntag zu

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Von: Karola Schepp

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Das Leib’sche Haus (l.) ist bereits seit dem vergangenen Sommer geschlossen. Das Wallenfels’sche Haus (r.) folgt nun am 23. Januar. Erst 2025 werden die beiden Museumshäuser nach umfangreichem Umbau und Neukonzeption wieder für Besucher öffnen. © Red

Im Zuge der Sanierung und Neueinrichtung des Oberhessischen Museums wird nun auch das Wallenfels’sche Haus am Kirchenplatz am Sonntag das letzte Mal für Besucher geöffnet sein. Es bleibt wegen des Umbaus voraussichtlich bis Sommer 2025 geschlossen - so wie schon seit dem Sommer das benachbarte Leib’sche Haus.

Viele Kisten sind bereits gepackt, der Umzug von weiteren Teilen der Sammlung ins Museumsdepot geht in den nächsten Wochen über die Bühne: An diesem Sonntag (23. Januar) wird auch das Wallenfels’sche Haus zum vorerst letzten Mal seine Pforten für Besucher öffnen und sich so in die lange Umbaupause verabschieden. Erst voraussichtlich im Sommer 2025 werden das Wallenfels’sche und das benachbarte Leib’sche Haus, das bereits seit vergangenem Sommer komplett leergeräumt ist, wieder als Museumshäuser nutzbar sein - dann allerdings mit einem neuen Mittelbau zu einer barrierefreien Einheit verbunden und mit einer komplett neu konzeptionierten Dauerausstellung.

Sonderausstellung zu beiden Häusern

Nach dem Auszug der Objekte aus der Sammlung zur Erd- und Menschheitsgeschichte, der Tibetsammlung und der Antikensammlung der JLU steht allerdings noch ein letztes Ereignis an. Denn am Donnerstag, 3. März, wird im Erdgeschoss des Wallenfels’schen Hauses die Sonderausstellung »Zeitenwandel. Geschichten um das Leib’sche und das Wallenfels’sche Haus« (Laufzeit: 4. März bis 26. Juni 2022) eröffnet. Mit dieser Sonderausstellung wird das Oberhessische Museum sowohl die eigene Geschichte thematisieren als auch Geschichten rund um die beiden historischen Orte Gießens. Der Zeitpunkt des Umbaus bietet sich an, um auf die Vergangenheit zu schauen und die Gießener zugleich an der zukünftigen Entwicklung der beiden Museumshäuser teilhaben zu lassen.

Wegen der Umbaumaßnahmen wird auch die Dauerausstellung der universitären Antikensammlung für einige Zeit nicht zu sehen sein und erst nach Abschluss der Bauarbeiten in das Alte Schloss, das dritte Museumshaus, wechseln. Ein kleinerer Teil der antiken Objekte wird dort in Vitrinen ausgestellt und verschiedene Bestände sollen in den künftigen Wechselausstellungen präsentiert werden.

Zudem wurde für 2022 in Kooperation mit dem Oberhessischen Museum ein umfangreiches Programm für Besucher konzipiert, das Führungen und Vorträge, Workshops und Sonderausstellungen für Kinder und Erwachsene umfasst. So sind insgesamt drei Sonderausstellungen der Antikensammlung geplant.

Am Freitag, 25. März, 18 Uhr, wird eine Kabinettausstellung im Alten Schloss Besucher in das Reich des Weingottes Dionysos und seiner Begleiter entführen. Zur Eröffnung ist auch ein »dionysisches Begleitprogramm« geplant.

Am 15. Mai wird die virtuelle Ausstellung »Diagnoptico - Panofsky meets Experience- and Interaction Design« die Ergebnisse eines laufenden digitalen Projekts präsentieren. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines digitalen Beschreibungstools. Es soll Nutzer unterschiedlicher Altersstufen, mit verschiedenen Interessengebieten und sowohl mit als auch ohne Vorwissen dabei unterstützen, sich Objekte der Sammlung Schritt für Schritt selbstständig zu erschließen. In der Pilotphase werden interaktive Lerneinheiten zu ausgewählten Objekten der Antikensammlung konzipiert.

Von Dionysos bis zu kolonialem Erbe

Da am 15. Mai zeitgleich der Internationale Museumstag stattfindet, wird es auch ein Begleitprogramm in digitaler und analoger Form für Kinder und Erwachsene geben. Anfang September/Oktober 2022 folgt schließlich - in Kooperation unter anderem mit der Sammlungskoordination der Universität, dem Botanischen Garten, den Sammlungen der Unibibliothek und des Sammlungsarchivs - im Oberhessischen Museum eine Ausstellung zum Thema »Koloniales Erbe«. Dazu wird die Antikensammlung unter dem Themenaspekt der Wissenschaftsgeschichte verschiedene Grabungsexpeditionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im Mittelmeerraum beleuchten - und das anhand ausgewählter Sammlungsbestände.

Da das farbige Sandmandala im Wallenfels’schen Haus aufgrund seiner filigranen und losen Struktur nicht transportfähig ist, wird es für die Räumung am Sonntag, 23. Januar, zwischen 11 und 12 Uhr in einer kleinen Zeremonie aufgelöst. Zwei Mitglieder der Buddhistischen Gemeinschaft Dharmakirti in Heuchelheim, Lama Tashi Deldan und Konchok Tsechö, werden die Auflösungszeremonie durchführen. Aufgrund der Coronapandemie kann dies nur im kleinen Rahmen geschehen. Dennoch sind Besucher mit vorheriger Anmeldung eingeladen, an dem Ereignis teilzunehmen. Es gilt bei der Veranstaltung die 2G+-Regel sowie die Einhaltung der Abstandsregel und Maskenpflicht. Anmeldungen sind erforderlich unter museum@giessen.de oder Tel. 0641/9609730.

2006 wurde das erste Mandala von tibetischen Mönchen im Obergeschoss des Wallenfels’schen Hauses gestreut. Es wurde 2012 in einer Zeremonie aufgelöst, die damals rund 50 Besucher miterleben konnten. Mit einer Pfauenfeder strich Mönch Khenpo Choskyab den Sand von außen nach innen. Die um das Mandala sitzenden und stehenden Besucher intonierten dazu das Mantra »Om mani padme hum«. Vorangegangen war eine einstündige Meditation. Ein neues wurde in der Folge angefertigt. Das jetzt aufzulösende Mandala, das dritte der Tibetsammlung, war im Februar 2019 von tibetischen Mönchen zu Ehren der Grünen Tara gestreut worden. Ihr Symbol ist im Zentrum des Meditationsbildes zu sehen. In der Regel werden die aufwendig gefertigten Sandmandalas nach ihrer Herstellung unmittelbar wieder aufgelöst. Es ist eine Besonderheit, dass die Sandmandalas im Oberhessischen Museum jeweils lange blieben.

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Schon 2012 wurde ein Mandala in der Tibetsammlung zerstreut. © Red

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