Vortrag über die Pandemie als Ausnahmezustand

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Gießen(pm). Die Ringvorlesung des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen befasst sich im Wintersemester 2020/21 mit der Frage "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Und: Wie wir morgen leben werden". Es geht um verschiedene Aspekten der Krise und um Perspektiven für die Zukunft. Den Auftakt machte am vergangenen Montag Prof. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, mit seinem Vortrag.

Am heutigen Montag, 23. November, wird Prof. Anna-Bettina Kaiser um 19 Uhr aus rechtswissenschaftlicher Perspektive über "Demokratie perdu? Wie man einen Ausnahmezustand beendet" sprechen. Die Juristin fragt in ihrem Vortrag nach den verfassungsrechtlichen Grundlagen des ersten Ausnahmezustands in der Geschichte der Bundesrepublik unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie. Was ist überhaupt ein Ausnahmezustand? Und was ist dem Staat im Ausnahmezustand erlaubt? Kaiser fragt nach den verfassungsrechtlichen Grundlagen und der Verfassungsmäßigkeit der in der Bundesrepublik getroffenen Pandemie-Maßnahmen: Ist uns während der Pandemie die Demokratie abhandengekommen? Und wie verhält es sich mit den sehr weitgehenden Grundrechtseinschränkungen, die wir während des ersten Lockdowns erfahren mussten und zurzeit erneut erfahren?

Kaiser studierte von 1995 bis 2000 Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg und erlangte 2001 den Master of Law an der Universität Cambridge. 2007 folgte die Promotion, ebenfalls in Freiburg. Von 2010 bis 2014 war sie Juniorprofessorin, seit 2014 Professorin für Öffentliches Recht und Grundlagen des Rechts an der Humboldt-Universität zu Berlin; ihre Habilitation erfolgte 2017 an der Universität Freiburg. Seit 2019 hat sie die Co-Leitung des Integrative Research Institute Law & Society (LSI) der Humboldt-Universität zu Berlin inne.

Die öffentliche Ringvorlesung ist erstmalig ausschließlich als Livestream zu verfolgen unter www.uni-giessen.de/ ringvorlesung.

Am Montag, dem 7. Dezember ist Prof. Sighard Neckel mit "Katastrophenzeit - Wie fundamental mussder gesellschaftliche Wandel sein?" an der Reihe.

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