750 Jahre Kleinlinden

Vorbereitungen für Jubiläum laufen auf Hochtouren

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Das Jahr 2019 wird für Kleinlinden ganz im Zeichen des 750-jährigen Jubiläums stehen. Die Vorbereitungen für das Festjahr im Gießener Stadtteil laufen auf Hochtouren.

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Jubiläum wird es im Gießener Stadtteil Kleinlinden erstmals seit über 15 Jahren wieder eine große zweitägiges Kirmes am Festplatz vor dem Bürgerhaus geben, und zwar 24. und 25. August. Das Jubiläumsjahr beginnt offiziell am 28. April mit einem Auftakt-Gottesdienst in der Kirche und endet am 14. Dezember mit einem großen Festabend mit Grußworten und Festreden. Dazwischen organisieren die Kleinlindener Vereine zahlreiche weitere Feiern und Veranstaltungen, die ganz im Hinblick auf das Jubiläum gestaltet werden.

Als Ort hat "Lindes", wie Kleinlinden mit altem Namen bezeichnet wurde, eine lange Tradition. Vor- und frühgeschichtliche Funde deuten darauf hin, dass es bei Lindes – das am Durchgang mehrerer alter Wege und Handelsstraßen lag – schon vor weit mehr als 750 Jahren eine Siedlung gegeben hat. Womöglich ist der Ort als Waldsiedlung (darauf deutet der Name "Lindes" hin) bereits zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert entstanden. Doch weil ein gewisser "Conradus de Lindehe" (Lindes) erstmals in einer am 13. Dezember 1269 ausgestellten Urkunde offiziell erwähnt wurde, kann Kleinlinden erst in diesem Jahr sein Dreiviertel-Jahrtausend-Dasein feiern.

Alle Fäden der umfangreichen Vorbereitungen für das Jubiläum laufen derzeit bei der Vereinsgemeinschaft zusammen, der elf Kleinlindener Vereine angeschlossen sind – vom Gesangsverein bis zur Freiwilligen Feuerwehr, von der Burschen-und Mädchenschaft bis zum Turn- und Sportverein. "Das Jubiläumsjahr ist für uns eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Mit unserem Motto "Gemeinsam sind wir stark" werden wir das auch schaffen", verspricht Gerd Zörb, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft. Zörb zählt auf, was bereits alles geleistet wurde, damit das Jahr ein Erfolg wird: So gibt es schon eine Internetseite (Kleinlinden750.org), eine Facebookseite (750 Jahre Linnes 2019) und eine Instagramseite. Die Vereinsgemeinschaft produziert gerade ein Veranstaltungsheft mit dem kompletten Programm; darin können sich auch Sponsoren präsentieren. Die Arbeitsgruppe "Orts- und Vereinsarchiv" um Dr. Gerd Steinmüller erarbeitet eine rund 400 Seiten starke Chronik, die pünktlich zum Auftakt der Feierlichkeiten im April fertiggestellt sein wird. Die Stadt Gießen hat für die Erstellung und den Druck dieser Chronik einen sogenannten "verlorenen Zuschuss" in Höhe von 25000 Euro zur Verfügung gestellt, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe "Orts- und Vereinsarchiv" zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde einen hochwertigen Jubiläumskalender 2019 produziert. Dieser Kalender zeigt unter dem Titel "Damals und heute" markante Ansichten Kleinlindens im spannenden Vergleich aus historischer und aktueller Perspektive – darunter Maiplatz, Burg, Schwimmbad, die Kreuzung Wetzlarer Straße/Frankfurter Straße, das Kriegerdenkmal oder auch die Brücke der B49 über den Ortsteil Bernhardshausen am Eingang Kleinlindens, das übrigens 1939 nach Gießen eingemeindet wurde. Auch ein völlig neues Wappen wurde Kleinlinden gestaltet: Darauf zu sehen sind ein Lindenbaum, die stilisierte Lahn, das Wappen der Stadt Gießen und zwei Backschießer (lange Stangen mit flachem Vorsatz, die beim Backen zum Hineinschieben und Herausholen des Brotes in den Ofen genutzt wurden; der Begriff "schieben" heißt bei den Bäckern "schießen"). "Linneser Backschießer" nannte sich auch das traditionsreiche Dorfblättchen, das über 30 Jahre lang in Kleinlinden erschien und Ende 2018 – wie berichtet – eingestellt wurde.

Dass erstmals seit über 15 Jahren wieder eine große Kirmes Partystimmung aufleben lässt, ist laut Zörb "der große Wunsch der vielen Jugendlichen und jungen Menschen in Kleinlinden", die vorbildlich bei den Vorbereitungen helfen und eine eigene "Kirmes AG" gegründet haben.

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