art3_250921_4c
+
Die Mitglieder der Gruppe ART4Wetzlar - Jörg Stoll, Claudia Bourcarde, Rosemarie Fischer, Jola Mayerhofer, Matthias Wenger und Regina Stahl (v. l.) - zeigen unter dem Motto »Vielfalt« ihre Bilder in der Hardtgärten-Halle.

Von monochrom bis grellbunt

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
    schließen

Gießen hat einen neuen hippen und unkonventionellen Ort für Ausstellungen: Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag ist in der Halle der Hardtgärten Kunst aus Wetzlar zu sehen. Alle Bilder haben Mitglieder der Gruppe ART4Wetzlar gemalt.

Kunst an ungewöhnlichen Orten zu sehen - diese Gelegenheit gibt es immer mal wieder. Nun ist eine neue spektakuläre »Kunst-Location« dazugekommen: die Halle der Hardtgärten. An der Grenze zwischen Gießen und Heuchelheim gelegen, bietet die im ehemaligen Bauhof der Fima Ludwig Schneider neu eröffnete Halle der »Kinder- und Jugendfarm« der Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung (IJB) mit ihren urigen Backstein-Wänden und ihrer Weitläufigkeit eine besondere Plattform nicht nur für Veranstaltungen, sondern eben auch für Ausstellungen. Die sechs Künstler der Gruppe ART4Wetzlar nutzen die Örtlichkeit für ihre erste gemeinsame Gruppenausstellung und laden dort am heutigen Samstag und morgigen Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr zum Besuch ein.

»Vielfalt« ist der Titel der Schau - und er beschreibt bestens das Konzept der Ausstellung und der Gruppe. Denn obwohl alle sechs Künstler sich als ART4Wetzlar verbunden fühlen, hat jeder doch seine ganz eigene Technik von monochrom bis grellbunt und Themenwahl, bleibt eigenständig und unabhängig.

Claudia Bourcarde, Rosemarie Fischer, Jola Mayerhofer, Regina Stahl, Matthias Wenger und Jörg Stoll mussten lange auf diese Gelegenheit warten. In den letzten Corona-Monaten waren vier zum Teil bis ins Detail geplante Veranstaltungen für sie der Pandemie zum Opfer gefallen. Umso mehr freuen sie sich jetzt, ihre erste offizielle Gruppenausstellung zu zeigen.

Und die bietet in der Halle am Ende des Ludwig-Schneider-Weges jede Menge zu entdecken. Rosemarie Fischer, die an der JLU Kunstpädagogik studiert, hat in ihren Bildern Eindrücke von Reisen nach Asien, Japan oder in den arabischen Raum verarbeitet. Sie hat Stoffe in die Bilder eingearbeitet und Menschen porträtiert, denen sie begegnet ist. An anderer Stelle steuert sie eine Skulptur aus Papier-Kokons bei oder zeigt Stiefel- und Schuh-Motive.

Nur noch heute und morgen zu sehen

Von Jörg Stoll sind gleich mehrere Aktgemälde zu sehen, die als Gruppe gehängt Eindruck machen. Auch von ihm auf Buchseiten mit Tusche gezeichnete »perfekte Körper« kann man beim Rundgang entdecken, ebenso Bilder von Kühen, Europa und dem Stier und auch einen Schwan - aber ohne Leda.

Auch die ein oder andere Stadtansicht kann man beim Besuch der Ausstellung entdecken: mal erkennt man die Lahnbrücke in Wetzlar, mal sieht man wie in Jola Mayerhofers »Monday« eine stimmungsvolle Straßenszene mit Passanten im Regen.

Matthias Wenger hat sich in den letzten Jahren verstärkt Abstraktem und Landschaftsbildern zugewandt, für die der Kunstpädagoge gerne kleine und schmale Formate wählt. Er verwendet Acryl- und Aquarellfarben, manchmal auch mit Kreidespuren vermischt.

Regina Stahl hat ihren Schwerpunkt im Gestalten experimenteller und abstrakter Bilder gefunden. in ihren Bildern erblühen Blumen scheinbar, dank des künstlerischen Einsatzes von Acryl, Strukturpaste und Ähnlichem. Claudia Bourcarde schließlich bringt die Mischtechnik auch schon mal ins Dreidimensionale, indem sie aus Papier gefaltete Fische bei einer Unterhaltung im Meer malt oder in ihrem Bild »Fjord-Spiegelung« kleine Steinchen aufträgt.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, es gilt die 3-G-Regel und Maskenpflicht. Die Bilder können käuflich erworben werden. Einfach hingehen und schauen - dann kann man nicht nur vielfältige Kunst entdecken, sondern auch eine ganz neue und ungewöhnliche Ausstellungshalle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare