Wort zum Sonntag

Von Durststrecken und Ermutigung

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Sind Sie schon einmal einen Marathon gelaufen? Betreiben Sie vielleicht einen anderen Ausdauersport? Auch wenn Sie kein*e Sportler*in sind, tun wir es alle immer wieder: Ausdauersport. Virologen sagten ja bereits zu Beginn der Pandemie: »Das wird ein Marathon.« Krisen des Lebens muten an wie Ausdauersport: Da ist eine lange Wegstrecke zu bewältigen.

Stetig geht es auf und ab.

Menschen, die schon Marathon gelaufen sind, sagten mir, dass nach 30 Kilometern der eigentliche Kampf beginnt. Auch das kennen wir: Die Unsicherheit, wie es weitergeht, macht müde und matt. Es fällt schwer, weiter auszuhalten.

Wenn es einem nicht gut geht, ist das auch eine Frage des Glaubens. Leicht kann man da den Glauben an die Menschen, an die Politik und auch an Gott verlieren.

In der Bibel, im Hebräerbrief, wird das Bild des sportlichen Wettkampfes für das Leben als Christ benutzt. »Lasst uns laufen … in dem Kampf, der uns bestimmt ist …!« (He-bräer 12,1)

Als leidenschaftlicher Radfahrer kann ich damit viel anfangen. Dreierlei ist mir wichtig:

Ablegen, was einen beschwert. Wenn ich eine lange Tour vor mir habe, dann achte ich sehr darauf, was ich mitnehme. Am Ende zählt tatsächlich jedes Gramm. Wir gehen auf Karfreitag und Ostern zu. Das Kreuz ist der Ort, wo wir alles, was uns das Leben schwer macht, ablegen können.

Geduldig sein. Zum Ausdauersport gehört Training. Schwere Wegstrecken brauchen ihre Zeit. Wenn ich einen langen Berg hochfahre, fahre ich mein eigenes Tempo und setze mir kleine Ziele: bis zur nächsten Kurve, bis zu diesem Baum. Es dann geschafft zu haben, ist ein unbeschreibliches Gefühl.

Miteinander unterwegs sein. Sich gegenseitig Windschatten geben. Zusammen läuft und fährt es sich einfach besser. Übertragen heißt das für mich: füreinander da sein und sich gegenseitig Ermutigung geben. Gemeinsam kommen wir ans Ziel!

Pfarrer Achim Keßler,

ev. Kirchengemeinde

Lang-Göns

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