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Prof. Alexander Goesmann ist neuer JLU-Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur. Links JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee.

Vollblut-Informatiker ist neuer Vizepräsident

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Gießen (bei). »Das war eine wichtige Wahl, und ich bin der festen Überzeugung, dass es eine kluge Entscheidung war«, kommentierte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee die Wahl von Prof. Alexander Goesmann zum Vizepräsidenten für Wissenschaftliche Infrastruktur an der Justus-Liebig-Univerisität.

Am Mittwoch war der Erweiterte Senat in inzwischen gewohnt hybrider Form zusammengekommen, um für oder gegen den Vorschlag des JLU-Präsidenten zu stimmen. Am Ende gab es 29 Ja- und eine Neinstimme sowie eine Enthaltung. Der Name Goesmann sei als Kandidat schon früh durch den Erweiterten Senat gegangen, fügte Mukherjee an.

Der 47-jährige Bioinformatiker und Systembiologe übernimmt heute für drei Jahre das Amt von Prof. Michael Lierz , der sich mit seiner »zupackenden, beherzten Art um die Uni verdient gemacht hat«, betonte der Präsident. »Lierz hatte enorme Krisen zu bewältigen und sie als Chance genutzt, wichtige Weichen zu stellen«, sagte auch Goesmann in seiner Vorstellung. Stichwort Cyber-Unfall und Corona-Krise. 2013 konnte die JLU Goesmann aus Bielefeld gewinnen, wo er ebenfalls am Aufbau von IT-Infrastruktur beteiligt gewesen war. Dort studierte er Naturwissenschafltiche Informatik, schloss 2004 seine Promotion ab und war von 2006 bis zu seinem Ruf an die JLU Leiter der »Bioinformatics Ressource Facility« am Cent-rum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt er sich mit dem Management und der Analyse riesiger Datenmengen, die beim Sequenzieren von DNA in Genomprojekten produ-ziert werden. Er sei bestens vertraut mit neuen Informationstechnologien und Rechnernetzwerken, so der Präsident.

Trotz anderer Angebote habe er sich in der Vergangenheit entschieden, in Gießen zu bleiben. So war Goesmann seit 2015 beispielsweise maßgeblich am Aufbau des deutschen Netzwerks für Bioinformatik-Infrastruktur an der JLU beteiligt, wofür seine Professur für Systembiologie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den vergangenen vier Jahren 7,6 Millionen Euro erhalten hat. Damit gehört die JLU zu sechs ausgewählten Standorten in Deutschland, an denen eine zukunftsorientierte Rechnerinfrastruktur etabliert werden konnte.

Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist, hob Goesmann hervor, der eine Schlüsselrolle dafür im Hochschulrechenzentrum sowie im Bibliothekssystem sieht. Auf eine Nachfrage bezüglich Nachhaltigkeit aus dem Erweiterten Senat, sagte Goesmann, dass bei Investitionen natürlich nicht nur die Leistung, sondern auch Energieverbrauch und Kühlungssysteme für Rechneranalgen eine wichtige Rolle spielen.

Aber auch Bereiche wie Tierschutz, Gewächshäuser oder der Hochschulsport fallen in seine Verantwortung. Er sei sehr zuversichtlich und freue sich auf die neuen Aufgaben im Präsidium.

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