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Großeinsatz

Vollbesetzter Bus rollt in Petersweiher ohne Fahrer in den Wald

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Ein vollbesetzter Linienbus ist im Gießener Stadtteil Petersweiher am Samstagmorgen über eine steile Straße in den Wald gerollt. Und das ohne Fahrer. Mehrere Insassen wurden verletzt.

Der Regionalbus der Linie 375 (Gießen-Hungen) hatte an der Haltestelle Petersweiher, die sich in einem Steilstück der Pohlheimer Straße befindet, gegen 10.30 Uhr angehalten. Nach Polizeiangaben verließ der Fahrer dort den Bus, weil das elektronische Kassensystem ausgefallen war und er einen Reset durchführen wollte. Dabei vergass er, die pneumatische Handbremse anzuziehen. Als er schließlich die Elektronik des Fahrzeugs und damit auch die Wegfahrsperre deaktivierte, setzte sich der schwere Bus in Bewegung. Zunächst rollte er, mit schreienden Fahrgästen an Bord, rund 100 Meter auf der Straße bis in den Bereich der 90-Grad-Kurve, übersprang den Bordstein, walzte zwei Leitschilder nieder und rollte weitere gut 100 Meter auf einem Wiesenstreifen weiter, knickte einige dünne Bäume um und kam schließlich kurz vor einem Spazierweg im Gebüsch zum Stehen. Der Fahrer war dem Bus noch hinterhergerannt und hatte versucht, wieder ans Steuer zu kommen, dabei kam er zu Fall und verletzte sich an  der Schulter. Von den 36 Insassen erlitten drei Prellungen und weitere leichtere Verletzungen. Einige der Fahrgäste schlugen Scheiben des havarierten Busses ein und kletterten hinaus. Der Unfall löste einen Großeinsatz der Feuerwehren und Rettungskräfte aus Gießen, den südlichen Umlandgemeinden, aus Wetzlar und Friedberg aus.

Die Linie 375 wird von einem heimischen Busunternehmen für die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) bedient. Die VGO ließ den Bus noch am Samstag bergen. Der Sachschaden am Bus beläuft sich auf rund 40000 Euro.

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