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Facebookseite Walter Klock

Bodybuilding-Legende aus Gießen: Staatsanwaltschaft prüft Vorwurf der Volksverhetzung

  • Burkhard Möller
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Die Gießener Staatsanwaltschaft prüft, ob auf der Facebookseite, die den Namen der Gießener Bodybuilding-Legende Walter Klock trägt, volksverhetzende Inhalte geteilt wurden. Der Polizei liegt zudem eine Strafanzeige der Familie Klock wegen eines Flugblatts vor.

Gießen (mö). Im Zusammenhang mit den schwerwiegenden Vorwürfen gegen die Gießener Bodybuilding-Legende Walter Klock prüft die Staatsanwaltschaft Verlinkungen auf einer Facebookseite, die den Namen des bekannten Kraftsportlers trägt. »Der Sachverhalt ist hier bekannt und wird geprüft«, sagte Rouven Spieler, stellvertretender Pressesprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, am Donnerstag auf GAZ-Anfrage.

Dem 89-jährigen früheren Fitnessstudio-Betreiber war am Wochenende in Flugblättern, die in der Innenstadt am Rande der Nachttanzdemo verteilt wurden, die Verbreitung volksverhetzender Inhalte auf seiner Facebookseite vorgeworfen worden.

Tatsächlich gibt es einen Facebook-Account Walter Klock, in dem einige Artikel geteilt wurden, die den im Paragraf 130 (Abs.3) des Strafgesetzbuches definierten Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen könnten. Insbesondere geht es dabei um die sogenannte Holocaust-Leugnung. Um Darstellungen also, in denen behauptet wird, dass es den millionenfachen Mord an den Juden in der Nazizeit nicht gab. Derartige Artikel wurden auf der FB-Seite Walter Klock mehrfach geteilt. Einige Male sind Artikel nach einem Faktencheck durch die Nachrichtenagentur dpa als »Falsche Information« von Facebook gesperrt worden. Wie am Mittwoch berichtet, ist vor zwei Jahren ein Mann in Hannover wegen der Teilung von Artikeln, auf die auch der Account Walter Klock verlinkt, zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Familie fühlt sich verleumdet

Was es mit der offenen Facebookseite auf sich hatte, die seit Donnerstagnachmittag nicht mehr aufgerufen werden kann, ist noch unklar. Stefan Klock, Sohn und Betreiber des Fitness-Studios Clox, wollte dazu angesichts der laufenden Ermittlungen nichts sagen. Die schließen auch die Verteilung der Flugblätter ein. Wie Polizeisprecher Jörg Reinemer bestätigte, hatte Stefan Klock am Montagvormittag bei der Polizeistation am Berliner Platz Strafanzeige gegen die noch unbekannten Urheber des Flugblatts gestellt. »Er sieht seine Familie verleumdet«, erklärte Reinemer.

In dem Flugblatt werden die Klocks als »eine schrecklich rechte Familie« tituliert, unter anderem, weil ein Enkel von Walter Klock im hessischen Landesvorstand der Jugendorganisation Junge Alternative und für die AfD im Kasseler Stadtparlament sitzt.

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