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Lehrer Peter Drößler mit einer der Schutzmasken vor dem 3-D-Drucker in der Ohmtalschule. Der rote Bügel ist das Teil, das der 3-D-Drucker herstellt. FOTO: PM

Virenschutz aus dem 3-D-Drucker

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Homberg(pm). Seit der Verbreitung des Coronavirus ist alles anders. Die Menschen sind in ihrere Bewegungsfreiheit eingeschänkt, Schutz- bekleidungen für Ärzte und Pfleger werden gesucht. Vor diesem Hintergrund engagiert sich auch die Ohmtalschule (OTS) auf außergewöhnliche Weise für den Schutz von Bediensteten im Gesundheitswesen. Seit einer Woche druckt der 3-D-Drucker der OTS unermüdlich ein Bauteil für Gesichtsvisiere, die vor Corona-Infektion schützen sollen. Und genauso unermüdlich ist Peter Drößler, Mitglied der Schulleitung und des Fördervereins, aktiv.

Gesundheitsinstitutionen wie Krankenhäuser, Pflegedienste und Arztpraxen haben ja bekanntlich zurzeit einen sehr großen Bedarf an Gesichtsvisieren. Die Zukunftswerkstatt Magie-Makerspace in Gießen hatte sich in einem Rundschreiben auch an die Ohmtalschule gewandt und um Soforthilfe gebeten. Der Förderverein der Ohmtalschule hat kurzerhand eine Spendenaktion organisiert und konnte bislang über 500 Euro Spenden sammeln. "Damit können der Materialbedarf und der Ersatz von Verschleißteilen am Drucker finanziert werden", teilt Peter Drößler mit.

Ein Unternehmen übernimmt allerdings jetzt die Produktion der Visiere. Trotzdem möchte die Ohmtalschule auch weiterhin diese Teile drucken und die Gesichtsvisiere den regionalen Pflegediensten und Arztpraxen aus dem Raum Homberg, Gemünden und Kirtorf zur Verfügung stellen. Die OTS ist dank des Fördervereins seit 2018 im Besitz eines 3-D-Druckers, mit dem Schüler des 10. Jahrgangs eigentlich selbst konstruierte Modelle wie Kickerfiguren, Autos oder Schachfiguren ausdrucken. Drößler unterrichtet die Schüler an dem 2000 Euro teuren Gerät normalerweise in dem Wahlpflichtfach Technik oder bei einer AG nachmittags.

Im laufenden Schuljahr steht die Programmierung auf dem Lehrplan, im Vorjahr hatten sich sieben Schüler an der Produktion beteiligt.

Der 3-D-Drucker benötigt als Material einen Kunststoff, auf Wunsch der Schüler ist es inzwischen biologisch abbaubarer, der kompostiert werden kann. Bei diesem Kunststoff gibt es keine Lieferschwierigkeiten. Aus dem Material, das in 800-Gramm-Rollen zu je 40 Euro gekauft wird, können bis zu 16 Stück Maskenhalter hergestellt werden. .

Aus Zeitgründen hat Drößler des Gerät mit einem Arbeitsraum von rund 40 mal 40 mal 50 Zentimeter zu sich nach Hause gehört, denn er stellt jetzt die Maskenbügel rund um die Uhr her. Alle vier bis viereinhalb Stunden muss er einen neuen Herstellungsprozess initiieren. Das bedeutet, dass er bis zu fünf Teile am Tag herstellen kann, wenn alles glatt läuft.

An dem im 3-D-Drucker hergestellten Bügel werden eine transparente Laserdruckfolie als Gesichtsschutz und ein Gummiband befestigt. Die Laserdruckfolie kennt man noch aus der Zeit vor den Powerpointpräsentationen. Die Folien wurden beschriftet und der Inhalt über Overheadprojektor an die Wand geworfen.

Seit Samstag vor eineinhalb Wochen ist Drößler rund um die Uhr tätig. Damit er den Zeitpunkt der Fertigstellung eines Bügels nicht verpasst, hat er sich einen Wecker gestellt. Der klingelt jetzt alle viereinhalb Stunden.

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