Isabel Frisch wollte ihre Miniaturen eigentlich schon im April im Gießkannenmuseum zeigen. Doch dann kam Corona.
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Isabel Frisch wollte ihre Miniaturen eigentlich schon im April im Gießkannenmuseum zeigen. Doch dann kam Corona.

Vielleicht hundert Gießkannen?

  • vonDagmar Klein
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Isabel Frisch vom Atelier 23 zeigt ihre Miniaturen im Gießkannenmuseum. Als Malunterlage nahm sie das, was im Atelier der Lebenshilfe von allen gern und oft genutzt wird: Bierdeckel.

Auch das Gießkannenmuseum (GiKaMu) muss seine neue Ausstellung coronakompatibel gestalten. Daher waren nur Pressevertreter zur Vorstellung der neuen Präsentation geladen. Der ursprüngliche Eröffnungstermin war Ende April, erläutert Ingke Günter, die eine Hälfte des verantwortlichen Leitungsduos "Gärtnerpflichten". Nun ist es Juli, aber das Bilder-Set wird bis in den September auf der "Freifläche" genannten Wand im Museum an der Sonnenstraße zu sehen sein.

Serielle Arbeit im kleinen Format

Die Künstlerin kam eher zufällig zu dem Bildmotiv Gießkanne, erzählt Atelierleiterin Andrea Lührig. Isabel Frisch kommt seit vielen Jahren in das Atelier der Lebenshilfe Gießen. In einer Phase des Leerlaufs ließ sie sich vom Gießkannen-Kalender des GiKaMu inspirieren. Als Malunterlage nahm sie das, was im Atelier 23 von allen gern und oft genutzt wird: Bierdeckel. Das kleine Format verlangt geradezu nach dem seriellen Arbeiten, also wurden es immer mehr Gießkannen-Miniaturen. "Vielleicht hundert?", so ihre schelmische Frage, die zum Ausstellungstitel wurde.

Und ja, sie sei auch im Gießkannenmuseum selbst gewesen, erzählt sie, gemeinsam mit ihrem Freund. Aber in Ruhe gearbeitet hat sie im Atelier, hat auch die Museumswebsite genutzt, auf der viele Exponate zu sehen sind. Mit genauem Blick erfasste sie die Vielfalt der Kannen, hat die Vorlagen spielerisch variiert und eigene Akzente gesetzt.

Die Bilder hingen im Atelier 23 an den Wänden. So wurden die "Gärtnerpflichten" darauf aufmerksam und konnten sie für eine Ausstellung in den Museumsräumen bekommen. Darüber hinaus konnte das GiKaMu - dank Unterstützung des Kulturamts - diese Bilder-Serie ankaufen. Sie ist nun Teil der bereits stattlichen Grafik-Sammlung des Museums.

Entdeckungen sind nun wieder im Gießkannenmuseum in der Sonnenstraße möglich - mit Maskenpflicht und Abstandsregeln. Dienstag 17 bis 19 Uhr, Mittwoch 11 bis 13 Uhr, Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 12 bis 16 Uhr und Sonntag 15 bis 17 Uhr. FOTO: DKL

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