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An einem halben Drehtag werden die Clips mit Studierenden produziert.

Viele Probleme durch Corona

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Gießen (pm). Als Anfang 2019 das Projekt »Studium 360°« von Technischer Hochschule Mittelhessen und Techniker Krankenkasse an den Start ging, ahnte niemand, dass es ein Jahr später durch Corona vor einer großen Hürde stehen würde. »Studium 360°« ist darauf ausgerichtet, die physische und psychische Gesundheit der Studierenden zu verbessern - ein Aspekt, dem in der Pandemie gesteigerte Bedeutung zukommt.

»Dies ist das dritte Semester, das fast rein digital stattfindet«, sagt Johanna Vogt, die das Projekt koordiniert. Es sei wichtig zu wissen, wie es den Studenten damit geht. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gesundheit wurde dafür im Rahmen einer Bachelorarbeit eine interne Erhebung an der THM vorgenommen - mit deutlichen Ergebnissen.

Digitale Lehre und die Folgen

Während vor der Pandemie acht Prozent der Studierenden mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten, waren es zum Zeitpunkt der Befragung im Dezember 2020 rund 36 Prozent. 73 Prozent spürten vermehrte Müdigkeit, 60 Prozent fühlten sich einsamer, 38 Prozent dachten oft »Ich kann nicht mehr«. Und auch auf den Geldbeutel schlug Corona durch: Fast ein Drittel aller Studierenden hat seit Pandemiebeginn weniger Geld zur Verfügung, ein Fünftel verlor den Job.

Wie schwer es sein kann, Studierende überhaupt zu erreichen, machten Mitglieder des Lenkungsausschusses deutlich, die zugleich in der Lehre aktiv sind: Man spreche bei Zoom-Vorlesungen meist in schwarze Kacheln - Video- und Audiofunktion ausgeschaltet. Es werde häufig allenfalls auf direkte persönliche Ansprache reagiert. Das Angebot, sich in digitalen Café-Räumen zu verbinden, werde kaum angenommen.

Die im Hörsaal üblichen Verständnisfragen nach Vorlesungsende seien digital quasi ausgestorben, Sprechstunden blieben leer. Und das - möglicherweise unbegründete - Gefühl, für eine Prüfung nicht ausreichend vorbereitet zu sein, sorge dann ohne Rückkopplung zur Lehrperson meist direkt zum Rücktritt von einer Klausur. »Es gibt inzwischen viele Mehrfachbelastungen bei den Studierenden«, sagt Vogt.

Insbesondere unter Einbeziehung des Hochschulsports sind in knapp anderthalb Jahren Angebote entstanden. Sie zielen vor allem darauf ab, bewegte Unterbrechungen in die Bildschirmzeit zu bringen. Angebote wie die »Power Breaks« gibt es als Live-Termin mit Bewegungsprofis, als kleine Clips zum Einbinden in Vorlesungen und Vorträge oder als App - eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer fühlte sich nach einer Einheit wacher und konzentrierter. Neue »THMoveCards« bringen spielerisch und analog einfache, effektive Übungen für mehr Bewegung in den Alltag. Im Unterprojekt »Standhaft« geht es darum, die Nachteile langen Sitzens zu verdeutlichen.

Neue Angebote entstanden

Großen Wert legt Vogt mit Blick auf die Umfrage auf »THMental«: Die Online-Angebote zu psychischer Gesundheit sollen mit der Zentralen Studienberatung und dem Verein »Irrsinnig menschlich« ausgebaut werden. In einem Online-Forum, das seit Beginn der Pandemie dreimal angeboten wurde, erhielten Studierende Unterstützung und Ermutigung - gerade durch die Erkenntnis, mit ihren Problemen nicht allein zu sein. Ein Forum für Beschäftigte folgt, bei dem der Frage nachgegangen wird, wie Studierende mit psychischen Problemen begleitet werden können.

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