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Viel weniger Gäste in Gießener Kongresshalle

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Von: Jens Riedel

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Nur 129-mal (statt 264-mal im Jahr 2019) war die Kongresshalle mit ihren Nebenräumen im Jahr 2020 für Veranstaltungen belegt. Die Zahl der Besucher schrumpfte gar von rund 92 700 auf 24 500. So stark dezimiert sehen die Zahlen im ersten Jahr der Corona-Pandemie aus. © Oliver Schepp

Corona hat für einen starken Buchungs- und Besucherrückgang in der Gießener Kongresshalle und in den Bürgerhäusern gesorgt. Im Vergleich zu 2019 kam nur ein Viertel der Gäste.

Rückläufige Zahlen waren zu erwarten, jetzt liegen die Fakten Schwarz auf Weiß vor: Die Stadthallen GmbH in Gießen (SHG) hat im ersten Corona-Jahr einen herben Rückgang bei den Vermietungen von Kongresshalle und Bürgerhäusern zu verzeichnen. Das Geschäftsjahr 2020 brachte aufgrund der Pandemie eine deutlich geringere Auslastung und um 30 Prozent verminderte Einnahmen. Das »Flaggschiff« der Stadthallen GmbH, die Kongresshalle, wurde mit ihren Sälen, Foyers und der ehemaligen Kunsthalle nur 129-mal belegt. 2019 gab es noch 264 Belegungen. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Besuchern in der Kongresshalle aus: Ihre Zahl schrumpfte von 92 739 auf 24 563 - das ist fast nur noch ein Viertel des Vorjahres,

Zahl der Buchungen mehr als halbiert

Die Konferenzräume in der Kongresshalle konnten zwar mit 803 Vermietungen ähnlich oft belegt werden wie im Jahr vor der Pandemie (821). Doch die Zahl der Konferenzgäste reduzierte sich von 29 195 auf 12 425 Personen. Der Grund: Wegen Corona mussten größere Abstandsregeln eingehalten werden; zudem waren auch Besucher-Kapazitätsbeschränkungen notwendig.

Bei den Bürgerhäusern ging die Zahl der Vermietungen insgesamt von 1275 auf 705 Buchungen zurück; die Zahl der Gäste sank von 57 026 auf 21 133. Am stärksten gebeutelt war dabei das Bürgerhaus Kleinlinden: Lagen dort die Einnahmen aus den Vermietungen 2019 noch bei rund 50 000 Euro, waren es 2020 nur 26 015 Euro, also etwa die Hälfte. Dies liegt daran, dass in Kleinlinden, wo ein großer Saal zur Verfügung steht, normalerweise größere Veranstaltungen stattfinden, die aber in der Pandemie meist abgesagt werden mussten. In den anderen Bürgerhäusern stiegen die Mieteinnahmen dagegen überraschenderweise leicht an: Im Bürgerhaus Rödgen auf 9310 Euro (2019: 8232 Euro), in der Sport- und Kulturhalle Allendorf auf 23 049 Euro (2019: 19 864 Euro) und im Bürgerhaus Wieseck auf 39 121 Euro (2019: 34 301 Euro). Ursache dafür sind pandemiebedingte Abstandsregeln, die zu einer stärkeren Nachfrage nach externen Räumen und Sälen (etwa für Prüfungen, Gerichtsprozesse oder Versammlungen) führten, was die Zahl der Buchungen in diesen drei Bürgerhäusern leicht nach oben trieb.

Jahresergebnis trotzdem positiv

Erstaunlich ist: Trotz der stark gesunkenen Zahlen und eines Einnahmerückgangs in Höhe von 257 700 Euro gegenüber 2019 hat die Stadthallen GmbH 2020 keinen Verlust eingefahren. Das Ergebnis nach Steuern ist im Vergleich zu 2019 fast gleich geblieben; es lag bei 2200 Euro (2019: 3200 Euro). Hauptgrund dafür sind Personaleinsparungen, Kurzarbeitergeld sowie geringere Energie- und Materialkosten. »Wir sind zum Glück gut über die Runden gekommen. Es scheint eine Formel zu geben: Je weniger Veranstaltungen, desto weniger Personaleinsatz und Energiekosten«, sagt Stadthallen-Geschäftsführer Sadullah Gülec. Ähnliches werde in etwa auch für das Jahr 2021 gelten, prognostiziert Gülec.

Pächter hart getroffen

Die Pächter jedoch treffe die Pandemie richtig hart, ihnen brechen die Einnahmen aus Getränke- und Essensverkauf weg. Das sei sehr bitter, sagt der Stadthallen-Chef. Man sei den Pächtern insoweit entgegengekommen, indem Pachtzahlungen eingefroren oder gestundet wurden, bis bei den Pächtern staatliche Hilfsleistungen ankamen. In Einzelfällen habe man auch Pachtzahlungen ganz erlassen. Positiv sei, dass die SHG trotz Corona Sanierungen vorantreiben konnte, etwa in der Kongresshalle sowie in Wieseck und Allendorf.

Alle Zahlen zur SHG für 2020 sind dem Beteiligungsbericht der Stadt Gießen zu entnehmen, in dem alle wirtschaftlichen Beteiligungen der Universitätsstadt aufgelistet sind und der mit seinen über 200 Seiten unter www.giessen.de online einsehbar ist.

Die Stadthallen GmbH gehört zu 100 Prozent der Stadt Gießen. Sie betreibt die Kongresshalle sowie die Bürgerhäuser in Kleinlinden, Rödgen und Wieseck sowie die Sport- und Kulturhalle Allendorf. Auch für die Liegenschaft auf dem Schiffenberg ist die Stadthallen GmbH zuständig. Die ehemalige Klosteranlage auf dem Schiffenberg ist jedoch nicht in erster Linie als Event-Location zu sehen. Dort stehen Aspekte wie Pflege und Entwicklung des Kulturgutes sowie Freizeit und Tourismus im Vordergrund.

Die Stadthallen GmbH gehört zu 100 Prozent der Stadt Gießen. Sie betreibt die Kongresshalle sowie die Bürgerhäuser in Kleinlinden, Rödgen und Wieseck sowie die Sport- und Kulturhalle Allendorf. Auch für die Liegenschaft auf dem Schiffenberg ist die Stadthallen GmbH zuständig. Die ehemalige Klosteranlage auf dem Schiffenberg ist jedoch nicht in erster Linie als Event-Location zu sehen. Dort stehen Aspekte wie Pflege und Entwicklung des Kulturgutes sowie Freizeit und Tourismus im Vordergrund.

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