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Die Dancing Divas aus Allendorf begeistern mit ihrem Gardetanz das Publikum. FOTO: NAL

Viel "Rabatz in Bonifaz"

Gießen(nal). Kritik an Kirche und Politik, aber auch ein Blick durch die Narrenbrille auf Probleme in Stadt und Welt samt einem Dekan in der Bütt - das gibt es alles nur bei "Rabatz in Bonifaz". Auch die 44. Fassenachtssitzung der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius Gießen unter der Leitung des Sitzungsduos Manuela Fey und Christoph Thörmer, begeisterte die 188 Besucher.

Spritzige Büttenreden, flotte Tänze, Gesang mit viel Humor, aber auch Stimmungslieder und Kokolores waren angesagt. Bereits zum vierten Mal fand das Spektakel vor den Toren der Universitätsstadt in Heuchelheim statt. Die Musik zum Auftakt lieferte der Fanfarenzug Zauberklang; anschließend sang der Kinderchor Bonissimo der katholischen Gemeinde St. Bonifatius unter der Leitung von Kantor Michael Gilles und Manuela Fey.

Einen Gardetanz zeigten die Tänzerinnen des TV Mainzlar, anschließend gab es mit Götterbote Hermes alias Thomas Ransbach von einem Gemeindemitglied kritische Worte. Die Aandörfer Domspatzen begeisterten mit einem Medley bekannter Karnevalslieder. Einen Tanz des Artilleriecorps des Prinzen hatte das Gießener Prinzenpaar mitgebracht. Prinz Sebastian und Prinzessin Carina wurden lautstark begrüßt, und der "Türmer von Gießen" Peter Meilinger erklärte: "Gefeiert haben wir 50 Jahre Elefantenko, doch für uns Bürger gibt es immer noch kein öffentliches Klo."

Thüringer Bratwurst

Die Boni-Crew, die St.-Bonifatius-Kindertanzgruppe, glänzte mit ihrem von Verena Rock, Sylvia Schmidt und Cordula Thörmer einstudierten Tanz. Kritisch-musikalische Töne stimmte Steve alias Stefan Wohlfarth an: Mit Almosen gekaufte Luxusvillen und die erneut verweigerte Gleichberechtigung der Frauen sorge für Frust. Als Ritter von Köln plauderten Dr. Christoph Thörmer und Klaus Bruchhäuser über verschnupfte Wähler, Kardinal Woelki mit Männerschnupfen und über die Thüringer, "die nur Bratwurst können, doch tatsächlich die größte Bratwurst zum Ministerpräsidenten machten".

Die Dancing Divas der Allendorfer Karnevalsfreunde legten einen Gardetanz aufs Bühnenparkett, den Anne Briegel einstudiert hatte. Ein Garant für beste Unterhaltung ist die "Doofmusik". Hier präsentierten Wilfried Foltin (Gitarre), Thomas Oelighoff (Pauke), Küster Gerard Pellekoorne (Tröte) und Kantor Michael Gilles (Melodika) zu den von Martin Wesolowsky verfassten Texten nachdenkliche Vierzeiler. Es gab auch ein Loblied auf Gisela Zimmermann - nicht das einzige an diesem Abend: "Nun in Rente, und die Caritas sucht sie schon". Ob FC Gießen oder die Erkenntnis "Fassenacht soll fröhlich mache - die SPD hat nichts zu lache" - das Quartett überzeugte.

Als Wikinger präsentierten sich die Magic-Stars aus Heuchelheim. Lena Steinmüller hatte den Tanz mit den 20 Tänzerinnen einstudiert.

"Alle Christen die hier leben gehören zusammen - eben", verkündete der Heilige Bonifatius alias Pfarrer Hans Joachim Wahl. Dieser begrüßte den neuen evangelischen Dekan André Witte-Karp - "und ich nehme es genau, und begrüße auch deine Frau". Zur Ökumene setzte der mit einem Beil in der Bütt stehende Bonifaz-Pfarrer noch einen drauf: "Drückt dich mal die Kirchenqual, denk an Nachbar Wahl."

Tanzende Männer

Im Stile Liedermachers Bodo Wartke wandelte "Pfeifenhannes" alias Kantor Michael Gilles. Dann war "Bella Italia" angesagt, als Francesco Marcario zum mitsingen einlud. Mit dem Auftritt des Männerballett "Ohana", der katholischen Jugend von St. Bonifatius fand die 44. Rabatz-Sitzung mit dem Hinweis auf die nächste Sitzung am 6. Februar 2021 ihren Abschluss.

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