VG-Präsident Gerster wird Chef in Frankfurt

Gießen (pm). Nach viereinhalb Jahren an der Spitze des Verwaltungsgerichts (VG) Gießen verlässt Dr. Rainald Gerster das Gießener Gericht und tritt mit sofortiger Wirkung das Amt als Präsident des Verwaltungsgerichts in Frankfurt an.

Hauptsächlich der Familie wegen, für die angesichts der deutlich kürzeren Anfahrtszeiten von Wiesbaden jetzt mehr Zeit bleiben wird, so betonte Gerster bei seinem Abschied, wechsle er nach Frankfurt. Denn das Arbeitsklima in Gießen sei mehr als angenehm und mache ihm den Weggang nicht leicht. Mit dem Verwaltungsgericht Frankfurt leitet Gerster nun das größte erstinstanzliche VG Hessens.

Gerster tritt – wie schon 2008 in Gießen – in Frankfurt die Nachfolge von Prof. Roland Fritz an, der in den Ruhestand geht. Im Juli 2008 hatte Gerster das Amt des Präsidenten des Verwaltungsgerichts Gießen übernommen. Als Präsident war Gerster Vorsitzender zunächst der 10., dann der 4. Kammer, die unter anderem für Streitigkeiten aus den Gebieten des Polizei- und Ordnungsrechts und des Subventionsrechts zuständig ist und durch ihre Zuständigkeit für das Versammlungsrecht des Öfteren von sich reden machte, zuletzt mit der Entscheidung zum Tanzverbot an Karfreitag.

Der Liebhaber klassischer Musik begann seine richterliche Laufbahn nach Bundeswehr, Jurastudium, Referendariat und gut zweijähriger Tätigkeit als Rechtsanwalt im September 1991 beim VG Wiesbaden, wo er – unterbrochen durch Abordnungen an das Thüringer Oberverwaltungsgericht und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Bundesverfassungsgericht – bis Oktober 1999 tätig war. Dieser Tätigkeit folgten Abordnungen an die Kanzlei des Hessischen Landtages. Ab Dezember 2001 war der Jurist und Oberstleutnant der Reserve an die Hessische Staatskanzlei abgeordnet. Im Mai 2002 erfolgte seine Ernennung zum Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof bei fortdauernder Abordnung und im Oktober 2005 der Wechsel von der Staatskanzlei als Vizepräsident an das VG Gießen, das er Ende 2006 wieder verließ, um die Position des "Vize" in Frankfurt anzutreten. (Foto: pv)

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