Die neuen Pflegekräfte werden mit Rosen begrüßt. FOTO: SCHEPP
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Die neuen Pflegekräfte werden mit Rosen begrüßt. FOTO: SCHEPP

Verstärkung trifft ein

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) stellt neue Pflegekräfte ein: 17 junge Menschen aus den Philippinen sind am Montag in Gießen angekommen und mit roten Rosen begrüßt worden. Sie sollen die Lücken in der Personaldecke im Pflegebereich stopfen. Das in der Corona-Krise vor allem auf den Intensivstationen fehlende Personal können sie allerdings nicht ersetzen.

Warten auf die Ausländerbehörde

Bereits im September sind 22 Menschen von den Philippinen im UKGM eingestellt worden. "60 weitere Pflegekräfte sollen im ersten Quartal 2021 dazukommen", sagt Astrid Sartorius, Leiterin der Asklepios Auslandsakquise im Bereich Pflege. Das hänge aber davon ab, ob das Infektionsgeschehen es zulasse. Im Moment können auf den Philippinen die Sprachtests wegen Corona nicht gemacht werden.

Wie die Pflegekräfte im September, waren auch die Neuankömmlinge die vergangenen zwei Monate im Asklepios-Schulungszentrum in Darmstadt untergebracht. Bis sie in Gießen arbeiten dürfen, wird es voraussichtlich noch vier Wochen dauern. Sartorius sagt: "So lange benötigt eine Arbeitsmarktzulassung bei der Ausländerbehörde."

Die Wartezeit nutzen die Neuen am besten, indem sie ihr Deutsch weiter verbessern, glaubt Deana Ortez. Sie gehört zu den Pflegekräften, die im September kamen, und sagt: "Deutsch ist sehr schwer. Sie müssen es jeden Tag sprechen." Es ist wichtig, sich mit den Patienten zu verständigen.

In einem Bereich werden die Pflegekräfte vorerst allerdings nicht voll eingesetzt werden können. Die Hälfte von ihnen habe zwar Erfahrung auf Intensivstationen, "aber es gibt kein philippinisches Äquivalent zur deutschen Weiterbildung als Fachpflegekraft Intensivpflege", sagt Sartorius. Und eine Qualifikation dafür dauere zwei Jahre.

Die neuen Pflegekräfte sind bereits gespannt, was sie an ihrer neuen Arbeitsstelle, aber auch in der neuen Stadt erwartet. Daryl Fabela ist zum ersten Mal in Gießen und freut sich auf das Leben hier. Er will mehr über Deutschland erfahren. Eine Sache hat er schon gelernt. Fabela lacht und sagt: "Es ist sehr kalt hier."

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