Bei der Pflege will man seine Angehörigen in guten Händen wissen. FOTO: AKZ/O
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Bei der Pflege will man seine Angehörigen in guten Händen wissen. FOTO: AKZ/O

Versorgung sicher

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Ob Sturz oder Schlaganfall: Häufig beginnt die Pflege von Angehörigen mit einem Krankenhausaufenthalt. Geht die Zeit in der Klinik zu Ende, haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf sogenannte Anschlussversorgung - genau wie alle anderen Patienten. Das ist in diesem Fall aber besonders wichtig, erklärt die Zeitschrift "Senioren Ratgeber" auf ihrer Webseite.

Denn durch das Recht auf Anschlussversorgung darf die Klinik Patientinnen und Patienten erst entlassen, wenn genau geklärt ist, wie es weitergeht. Deshalb gibt es das sogenannte Entlassmanagement. Zuständig dafür ist meist der Sozialdienst des Krankenhauses. Im Fall einer Pflegebedürftigkeit hilft der zum Beispiel bei der Suche nach einem ambulanten Pflegedienst oder beim Antrag auf einen Pflegegrad.

Falls Angehörige die Pflege daheim noch nicht sofort übernehmen können, kann der Sozialdienst eventuell auch Kurzzeitpflegeplätze in entsprechenden Einrichtungen organisieren. Und die Klinikärzte können auch Rezepte für Hilfsmittel wie Pflegebetten ausstellen sowie für Medikamente. Letztere sollen aber nur die Zeit für den Besuch bis zum Hausarzt überbrücken. Sie gelten daher meist nur wenige Tage und nur für kleine Arzneimittelvorräte.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) begrüßt das vom Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg gefällte Urteil, wonach einer "24-Stunden-Pflegerin" aus Bulgarien eine erhebliche Lohnnachzahlung zugesprochen wird.

"Endlich wird obergerichtlich klargestellt, dass die Gesetze, insbesondere zu Mindestlohn und Arbeitsrecht, auch für sogenannte Vermittlungsagenturen gelten. Während sich inländische Pflegeeinrichtungen selbstverständlich an das geltende Recht halten und wiederkehrend geprüft werden, suggerieren die Vermittlungsagenturen aus Osteuropa, Pflege rund um die Uhr zu Kosten deutlich unter dem Pflegemindestlohn anbieten zu können. Die Leidtragenden sind dabei allerdings die eigenen Mitarbeiter oder Scheinselbstständigen", erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer.

"Hunderttausende weitere Fälle"

Nach Schätzungen gebe es Hunderttausende solcher zu niedrig bezahlter Kräfte. Dass bei der Beschäftigung dieser Kräfte weder der Pflegemindestlohn gezahlt wird, noch die Arbeitszeitgesetze eingehalten werden, sei ebenso wie die mangelhafte Qualifikation und die fehlende Überprüfung der Pflegequalität ein offenes Geheimnis. Meurer: "Hier ist der Rechtsstaat gefordert, nicht weiter die Augen zu verschließen und Pflegebedürftige und Pflegekräfte gleichermaßen zu schützen. Qualitativ hochwertige Pflege hat ihren Preis. Für die Betreuung pflegebedürftiger Menschen zu Hause stehen unsere zugelassenen ambulanten Dienste bereit, die mit gut ausgebildeten und sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräften unter Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen arbeiten." (ots)

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