Auf verschlungenen Pfaden

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Die studentische Initiative sehen|denken am Uni-Institut für Kunstpädagogik besteht weiter. Ein neues Organisationsteam hat sich gefunden, bestehend aus Lina Bunte, Marie Fiedler, Alisa Kallasch, Maria Lenz und Alena Tselikova. Für Sina Hartmann ist es die Abschiedsausstellung, sie hat ihr Studium abgeschlossen.

Die studentische Initiative sehen|denken am Uni-Institut für Kunstpädagogik besteht weiter. Ein neues Organisationsteam hat sich gefunden, bestehend aus Lina Bunte, Marie Fiedler, Alisa Kallasch, Maria Lenz und Alena Tselikova. Für Sina Hartmann ist es die Abschiedsausstellung, sie hat ihr Studium abgeschlossen.

Die Initiative gab sich den Namen sehen|denken, weil es eine Kooperation der Kunstpädagogen mit dem Institut für Philosophie ist. Die Ausstellungen finden seit 2016 im Flur der Rathenaustraße 8 statt. Das jeweilige Kuratoren-Team gibt Themen vor und trifft eine Auswahl aus eingereichten Arbeiten. Dieses Mal haben sie sich von Prof. Johanna Staniczek dabei beraten lassen.

Der aktuelle Ausstellungstitel "komm| pass" kam erst nach der Auswahl zustande und ist ein Kompositum aus ›kommen‹ und ›passieren‹ im Sinne von entlang gehen. Meint aber auch den Kompass als traditionelles Instrument der Orientierung in der Landschaft, denn vorgegeben waren Stichworte, die sich konkret um Geografie und Alltag ranken, wie: Route, Blicke, Wandern, Vermessen, Vernetzen, Stadt, Landschaft.

Ausgewählt wurden die Beiträge von vier Studentinnen der Kunstpädagogik und ein poetisch-reflexiver Text von einer Studentin der Fächer Philosophie und Deutsch. Die Eröffnung war wie immer gut besucht, als Hausherr begrüßte Prof. Gerson Reuter.

Marie Fiedler nimmt das Gehen sehr wörtlich und hat ihre Wege während des Laufens skizziert: in Linien, die den verwinkelten Wegeverlauf markieren. Entstanden bei der Italien-Exkursion der Kunstpädagogen, die wieder in das Bergdorf Civitella d’Agliano führte. Im Atelier übertrug sie die Linien auf Papierbögen. Hervorhebungen durch Kreise und Schraffuren geben dem Ganzen einen filigranen, ästhetischen Reiz.

Am Anfang des Flurs ist das mehrteilige Werk von Lea Schweitzer zu sehen: ."Meine Wege durch Gießen". Über 22 Wochen hat sie jeden Abend ihren Weg durch die Stadt zeichnerisch festgehalten, dann auf Linolplatten übertragen. Die quadratischen Druckblätter sind chronologisch gehängt. Zwar sind ähnliche Wegeverläufe erkennbar, doch zu ihrem Erstaunen ist keine Linie identisch. Die nicht bedruckten Blätter stehen für die Tage, an denen sie nicht in Gießen war. Das Seminar fand bereits 2017 statt und trotzdem kann sie für fast jeden Tag des Projekts sagen, wo sie war; so intensiv war die Auseinandersetzung mit ihrem Alltag.

Franziska Maikler experimentiert mit druckgrafischen Methoden und Mitteln. Thematisch gilt ihr Interesse der Natur und dem Umgang der Menschen damit, formal arbeitet sie mit der Kombination von Figuren, die detailgenau gezeichnet sind, und grafischen Flächen. Eine Schwarzweiß-Serie heißt "waldwärts" und zeigt Freizeitverhalten wie Wandern und Radfahren. Die Serie "Salz der Erde" zeigt in den Naturfarben Grün und Rotbraun die Kombination von erdähnlichen Strukturen mit einer Frauenfigur.

Hannah Schacht beteiligt sich mit Arbeiten zu ihrem Lieblingsthema Brücken und Türme. Sie sei fasziniert von den grafischen Strukturen, die im Stadt- und Landschaftsraum allgegenwärtig sind. Manche Motive schneidet sie nach Fotovorlagen in die Linolplatte, andere erfindet sie. Im Druck verwendet sie Farbabstufungen, arbeitet mit Überlappungen. Auf zwei großformatigen Blättern zeigt sie die gleichen Motive vergrößert, im Siebdruckverfahren mit Übermalungen.

Bis Sommersemesterferien zu sehen

An Textbeiträgen ist diesmal nur einer eingereicht worden. Elisabeth Herzog reflektiert über das allseits bekannte Motto "Der Weg ist das Ziel". Ihr Hobby ist das Bergsteigen und das verarbeitet sie in diesem Text.

Das Orga-Team hat erstmalig einen eingereichten Text auf zwei Poster drucken lassen und ausgestellt. Da sie in den Info-Kästen des Instituts befestigt sind, war das nur temporär für die Vernissage. Doch ist es eine gute Möglichkeit, auch den Texten gebührenden Raum zu geben. Nicht jeder erwirbt den Katalog (3,50/2,50 Euro).

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