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Vermisster Gießener in Ägypten: Auswärtiges Amt bestätigt Vater Festnahme wegen Terrorverdachts

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Seit drei Wochen wird ein 18-jähriger Gießener in Ägypten vermisst. Nun erklärt der Vater: "Das Auswärtige Amt hat mir mitgeteilt, dass mein Sohn in Luxor wegen Terrorverdachts festgenommen wurde."

Nun scheinen sich die schlimmen Befürchtungen der Familie des in Ägypten vermissten 18-jährigen I. aus Gießen zu bewahrheiten: "Das Auswärtige Amt hat mir mitgeteilt, dass mein Sohn in Luxor wegen Terrorverdachts festgenommen wurde", erklärt der Vater des Schülers gegenüber dieser Zeitung. Er sei in einer Passkontrolle aufgegriffen worden. Seine Vermutung: Die Festnahme durch die ägyptischen Behörden war eine "Rache" des Machtapparats, weil er - der Vater - sich für Menschenrechte einsetze und gegen die Regierung vor Ort sei. Kontakt zu seinem Sohn hat er weiterhin nicht.

Bereits am Mittwoch hatte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigt, die deutsche Botschaft in Kairo stehe "in ganz engem Kontakt" mit den ägyptischen Behörden. Man bemühe sich mit Nachdruck, "um Aufklärung des Verbleibs" des jungen Mannes.

Wie diese Zeitung bereits im Dezember berichtete, flog I. von Frankfurt nach Luxor, wollte von dort weiterreisen nach Kairo, um dort - so die Darstellung des Vaters - seinen kranken Großvater zu besuchen. Doch in der Hauptstadt Ägyptens kam der 18-Jährige nie an. "Vielleicht war die Reiseroute für die Behörden verdächtig, weil mein Sohn nicht direkt nach Kairo geflogen ist", mutmaßte der Vater damals gegenüber dieser Zeitung. Den Umweg über Luxor habe der Schüler aber schlicht aus Kostengründen gewählt. Auch eine Namensverwechslung hielt er für denkbar.

Die Familie in Gießen ist in großer Sorge: "Ich habe Angst, dass mein Sohn irgendwann einfach erschossen wird, ich ihn nie wiedersehe", sagt I.s Vater.

In einer Petition hatte sich der Vater des Schülers aus Gießen (mehr hier) zuletzt direkt an Außenminister Heiko Maas und das Auswärtige Amt gewandt. "Die Sorge um unseren Sohn I. zerfrisst mich und meine Frau", schreibt der Vater auf der Plattform change.org. Dort hat er die Petition ins Leben gerufen. Innerhalb kurzer Zeit hatten sie knapp 45.000 Menschen unterzeichnet.

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