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Auf dem Anlagenring dominiert der Autoverkehr wohl noch länger.

Stadtverkehr Gießen

Start verschiebt sich: Verkehrsversuch am Gießener Anlagenring kommt nicht so schnell

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Der vom Stadtparlament beschlossene Verkehrsversuch mit Radspuren auf dem Anlagenring kann nicht wie geplant im Spätsommer starten. Die Planer brauchen mehr Zeit - und Geld.

Gießen – Er war das Thema im Kommunalwahlkampf, aber seit der Wahl Mitte März ist es um den Verkehrsversuch auf dem Anlagenring mit Rad- und Busspuren ruhig geworden. Auf Anfrage des Grünen-Stadtverordneten Michel Zörb hat Bürgermeister Peter Neidel (CDU) am Donnerstagabend über den Stand der Planungen berichtet, mit denen er die Fachverwaltung nach dem Stadtverordnetenbeschluss vom 4. März »unverzüglich« beauftragt habe. »Sie müssen keine Angst haben, dass ich das nicht umsetze«, sagte Neidel mit Hinweis auf die Pflicht des Magistrats, Parlamentsbeschlüsse auszuführen - ungeachtet der eigenen Auffassung zu einem beschlossenen Projekt.

Allerdings müssen sich Grüne, SPD und Gießener Linke, die den Versuch Anfang März beschlossen hatten, ihre Zeitvorgaben abschminken. Die Fristsetzungen seien offensichtlich in »Unkenntnis« der Komplexität des Verkehrsversuchs beschlossen worden, sagte Neidel. So müssten Konzepte für die neue Fahrbahnaufteilung erstellt werden, Anfahrtswege der Busse zu den Haltestellen geplant, Schleppkurvenuntersuchungen und umfangreiche Verkehrszählungen durchgeführt werden. Gleichzeitig werde die Vergabe des im Beschluss geforderten Begleitgutachtens vorbereitet. An allem werde »mit Hochdruck« gearbeitet, aber es brauche mehr Zeit, bis die Vorbereitungen abgeschlossen seien, erläuterte der Verkehrsdezernent.

Verkehrsversuch in Gießen: Mehr finanziell Mittel benötigt

Der damalige Beschluss beinhaltete zwei Verkehrsversuche mit jeweils einjähriger Dauer: einen für zwei Fahrradachsen Neustadt-Neuen Bäue und Walltorstraße-Bahnhofstraße. Dieser Versuch hätte bereits am 4. Juni (drei Monate nach Beschluss) starten sollen, der Versuch am Anlagenring am 4. August (sechs Monate nach Beschluss). Zeitpunkte, wann die Versuche starten könnten, nannte Neidel nicht, wies aber auf ein anderes Problem hin. Für die Verkehrsversuche und insbesondere den am Anlagenring habe die Stadtverordnetenversammlung keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt. Mit Bordmitteln des Tiefbauamts ließe sich dieses Vorhaben nicht finanzieren. Im Februar hatte Neidel grob geschätzt, dass mindestens ein hoher sechsstelliger Betrag eingesetzt werden muss.

Wie lange der CDU-Bürgermeister für die Umsetzung des Beschlusses vom März zuständig sein wird, hängt von der Frage ab, ob die grün-rot-rote Koalition zustande kommt. Falls ja,droht Neidel nach der parlamentarischen Sommerpause die Abberufung(mö)

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