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An der Ecke Goethe-/Johannesstraße vermisst der VCD einen Zebrastreifen. FOTO: PM

Kein Zebrastreifen

Gießen: Verkehrsclub sieht Fußgänger gefährdet

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Der VCD kritisiert die Umgestaltung der Gießener Johannesstraße als unzureichend. Er rät sogar zur Strafanzeige, wenn Autofahrer an der Ecke Goethestraße rücksichtlos abbiegen.

Gießen - Keine deutlichen Verbesserungen erkennt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bei der Neugestaltung der Johannesstraße für Fußgänger. Insbesondere die Einmündung Goethe-/Johannesstraße sei weiterhin unübersichtlich, so der ökologische Verkehrsclub.

Die Neugestaltung habe mit der neuen Querung zum Theaterpark am Seniorenwohnheim eine kleine Verbesserung gebracht. Eine deutliche Verbesserung für Radfahrer gibt es aber nach Beobachtungen des VCD Gießen nicht, denn nach wie vor beführen Autofahrer ohne Grund den Radfahrstreifen und behinderten oder gefährdeten so Radler, die ihnen in der Einbahnstraße entgegenkommen. Die erhoffte Entspannung durch schrägere Parkstände kann der VCD nicht erkennen

Besonders kritisch sieht der VCD die Querung der Johannesstraße im Verlauf der Goethestraße. Statt die Fußgänger sicher mit einem Zebrastreifen Richtung Seltersweg zu führen, fehle hier eine gesicherte Querungsmöglichkeit. Die Gestaltung an der Stelle verstoße auch gegen den Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Grünen. Darin heiße es: "An Kreuzungen sollten bei Neubau und Sanierung Gehwegnasen geschaffen werden, die Fußgängern wie Autofahrern eine bessere Sicht im Kreuzungsbereich ermöglichen und die Querung sicherer machen." Statt einer Gehwegnase sei dort aber eine Sperrfläche markiert, dass Fußgänger mit Vorrang queren, sei baulich nicht erkennbar. Da der Gehweg aus dem Theaterpark an dieser Stelle abgesetzt ist, sei für Autofahrer auch nicht gut erkennbar, dass sie einen Abbiegevorgang vollziehen und sie daher querenden Fußgängern nach Paragraf 9 der Straßenverkehrsverordnung Vorrang zu gewähren haben. Beobachtungen vor Ort zeigten, dass ein Großteil der Autofahrer beim Abbiegen weder blinkt noch für die Fußgänger anhält. Fußgängern rät der VCD, Anzeige zu erstatten, wenn sie beim Abbiegen gefährdet werden. Autofahrer, die abbiegen, ohne Fußgängern den Vorrang zu gewähren, erhalten bei diesem schweren Verstoß ein Bußgeld von mindestens 70 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Grundsätzlich plädiert der VCD dafür, innerhalb des Anlagenrings für Nicht-Anwohner lediglich Ladezonen und keine Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Der Umbau der Johannesstraße unter Beibehalt zahlreicher Parkplätze sei daher ein falsches Signal, das nicht mehr in die heutige Zeit passe, so das Kreisvorstandsmitglied Patrik Jacob. Ziel müsse es sein, möglichst viel Verkehr auf Bus, Bahn und Fahrrad zu verlagern. Personen, die aufs Auto angewiesen sind, sollten direkt in die Parkhäuser am Anlagenring fahren. Dies gelte auch für Autos mit elektrischem Antrieb: kostenloses Parken für Elektrofahrzeuge innerhalb des Anlagenrings reduziere nicht den Autoverkehr in der Innenstadt, schreibt der VCD.

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