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Superstau: Verkehrschaos in Gießen - Elefantenklo wird zum Nadelöhr

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Von: Burkhard Möller

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Der Verkehr auf dem Anlagenring in Gießen staut sich im Baustellenbereich deutlich. © Oliver Schepp

Eine neue Baustelle in Gießen sorgt derzeit für massive Behinderungen im Stadtverkehr. Hintergrund ist eine Not-OP unter der Erde.

Gießen - »Könnt ihr Deppen keine Rettungsgasse bilden?« Die Autofahrer, die unten auf der Westanlage in Gießen im Stau stehen, werden den Zuruf der Frau, die auf dem Elefantenklo steht, mit Sicherheit nicht gehört haben. Hinter ihnen wühlt sich auf Höhe Bahnhofstraße ein auf Einsatzfahrt befindlicher Rettungswagen bis zum Rechtsabbieger vor. Als er ihn endlich erreicht hat, preschen die Retter mit Blaulicht und Sirenengeheul die Frankfurter Straße hoch Richtung Uniklinikum.

Auf dem südlichen und westlichen Anlagenring nimmt am Dienstagnachmittag ein Verkehrschaos seinen Lauf, nachdem auf der Südanlage Fahrspuren gesperrt worden sind. Die Sperrung erstreckt sich in Fahrtrichtung Berliner Platz vom Elefanenklo bis zur Kongresshalle.

Sperrung auf Anlagenring sorgt für langen Stau in Gießen

Grund ist keine verkehrslenkende Maßnahme, sondern eine bevorstehende Not-OP an einem wichtigen Schmutzwasserstrang. Bei einer routinemäßigen Kontrolle der Regen- und Schmutzwasserkanäle in der Südanlage waren laut der Mittelhessischen Wasserbetriebe zwischen E-Klo und Berliner Platz »starke Schäden« entdeckt worden, die schnellstmöglich instandgesetzt werden müssen. Die Sanierungsarbeiten starteten am Dienstag mit einer einwöchigen »Vorarbeitsphase«. Um die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, sollen die Hauptarbeiten in den Nächten vom kommenden Montag, 28. November, bis zum darauffolgenden Samstag, 3. Dezember, jeweils in der Zeit von 22 bis fünf Uhr durchgeführt werden.

Verkehr in Gießen: Baustelle sorgt für Stau - Nächtliche Lärmbelästigung steht an

Die Verkehrsbehinderungen indes sind am ersten Tag der Spursperrung alles andere als gering. Die Kreuzung am Selterstor wird für Stunden zum Nadelöhr, in der Westanlage staut sich der Verkehr gegen 15.30 Uhr bis hinter die Bahnhofsstraße zurück, in der Frankfurter Straße bis zum Bahnübergang und teilweise darüber hinaus. Auch der Verkehr aus den seitlichen Zufahrten wie der Bahnhofstraße fließt nur langsam ab. Das gilt auch für die Bismarck- und Bleichstraße, die gegenwärtig Umleitungsverkehr wegen der Sperrung der Ludwigstraße verkraften müssen. Wer sein Ziel nicht direkt in der südwestlichen Innenstadt hat, sollte die West- und Südanlage in den nächsten Tagen also meiden und am besten weiträumig umfahren.

Die MWB bitten zudem Anwohner der Südanlage um Verständnis, weil es ab kommender Woche durch den Einsatz großer Maschinen zu nächtlichen Lärmbelästigungen kommen kann. Nach Abschluss der Arbeiten würden die Abwasserkanäle für »die nächsten Jahrzehnte fit sein«. (Burkhard Möller)

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