Nächste Woche am UKGM

Verdi hält an Warnstreik fest

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Am Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) wird gestreikt, und das mitten in der Corona-Pandemie. Für den 1. und 2. Dezember hat Verdi die UKGM-Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft fordert u.a. eine Corona-Prämie, gleichen Lohn wie in Kliniken in öffentlicher Hand und ein Hessenticket. Der Ärztliche Geschäftsführer des UKGM-Standorts Gießen, Werner Seeger, hatte den Streik vor wenigen Tagen als "unverantwortlich" bezeichnet. Verdi gefährde in der Pandemie-Zeit Patientenleben.

Dass Seeger beim Streik von Patientenwohl rede, kann Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm nicht nachvollziehen. Durch die Arbeitsbedingungen im UKGM werde jeden Tag das Leben von Patienten gefährdet. Dabei habe es der Arbeitgeber in der Hand, den Streik mit einem Signal an die Beschäftigten abzuwenden, erklärt Dzewas-Rehm. "Das Klinikum könnte zum Beispiel einfach die Corona-Prämie zahlen." Zwar erhalte das UKGM die Prämie nicht von der Bundesregierung, aber die Klinik erziele Rekordgewinne und könne die Prämie von sich aus zahlen, meint Verdi. "Offensichtlich ist die Gewinnmaximierung wichtiger als eine finanzielle Wertschätzung der Beschäftigten."

Verdi wolle indes mit dem Streik keine Menschenleben gefährden, erklärt Dzewas-Rehm. Deswegen nehme man kritische Stationen vom Streik aus. Dazu gehören u.a. die Kinderintensiv-, aber auch die Corona-Stationen. "Wir agieren verantwortungsbewusst. Der Arbeitgeber sollte dies aber nicht als Schwäche missverstehen. Noch kann er den Ausstand mit einem verhandlungsfähigen Angebot abwenden. Falls er nicht zur Vernunft kommt", beginne der Streik am 1. Dezember mit der Frühschicht und einer Kundgebung vor dem UKGM.

Die Tarifverhandlungen betreffen die rund 7800 nicht-ärztlichen Beschäftigten des UKGM.

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