Urteil: Bewährung und 300 Stunden soziale Arbeit

  • Harold Sekatsch
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Gießen/Lich(se). Das Verfahren gegen sechs junge Männer vor dem Amtsgericht Gießen war bereits mehrfach verschoben worden, nun wurde es abgetrennt. Gestern mussten sich drei Männer für gemeinsam begangene Taten verantworten, die Staatsanwalt Rouven Spieler mit "gefährliche Körperverletzung" umschrieb. So soll am 30. November 2015 eine Gruppe vor einer Disko in Lich einen anderen geschlagen und getreten haben, auch als dieser zu Boden gegangen war. Der Geschädigte sagte als Zeuge aus, war aber weit davon entfernt, Belastungseifer zu entwickeln. "Das war nur ein Missverständnis", erklärte er und ergänzte, dass sich die Beteiligten ausgesprochen hätten. Der Geschädigte hatte an jenem Abend eine Nasenbeinfraktur sowie Prellungen und Blutergüsse erlitten. Warum die Männer auf ihn losgegangen waren, konnte er sich nicht erklären.

Die Beweisaufnahme ergab aber, dass er den Vater eines der Angeklagten massiv beleidigt hatte. Das rief den damals 22-jährigen Sohn auf den Plan, der mit seinen Freunden die Sache auf seine Weise bereinigen wollte. Ein Jahr auf Bewährung sowie 120 zu leistende Arbeitsstunden lautete das Urteil.

Ein anderer, damals 29-jähriger Mann wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft, ebenfalls auf Bewährung, verurteilt. Dazu muss der in Kabul geborene Deutsche 180 Arbeitsstunden ableisten.

Abgetrennt wurde das Verfahren gegen einen 36-jährigen Deutschen mit georgischen Wurzeln, weil gegen ihn eine weitere Anklage vorliegt. Er war wie die beiden anderen geständig, die gefährliche Körperverletzung in Lich begangenen zu haben. Den Ermittlern lagen aber auch Videoaufnahmen vom Geschehen vor der Diskothek vor.

Richter Seichter ließ die Geständnisse strafmildernd in die Urteile einfließen und sah bei beiden Verurteilten eine günstige Sozialprognose.

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