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Das ehemalige Erstaufnahmelager am Meisenbornweg. FOTO: SCHEPP

Unterstützung für Gedenkstätte

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Gießen(pm). "Jeder von uns hat seine ganz persönliche Geschichte in Verbindung mit der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung am Meisenbornweg. Das hat unser Treffen sehr emotional und berührend gemacht. Gemeinsam wollen wir dafür arbeiten, dass dort bald möglichst ein Lern- und Erinnerungsort entsteht." So resümierten vor einigen Tagen Bürgermeister Peter Neidel und der ehemalige Regierungspräsident Dr. Lars Witteck nach einem Treffen mit Gießener Bürgern in den Räumen der Volksbank Mittelhessen. Man habe sich dort getroffen, um die Unterstützung der Bürgerschaft zur Errichtung eines Lern- und Dokumentationszentrums an einem der geschichtsträchtigsten Orte der Stadt Gießen zu signalisieren.

Wie berichtet, will das Land Hessen mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland am Meisenbornweg ein Dokumentationszentrum errichten. Gelder für eine Machbarkeitsstudie wurden bereits in den Haushalten bereitgestellt. Dort waren nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in großer Zahl angekommen. Dann fungierte die Einrichtung als zentrale Aufnahmestelle für politische Flüchtlinge aus der DDR und anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks. Nach Überwindung des Kalten Krieges wurde dort die zentrale Erstaufnahmestelle des Landes Hessen für Asylsuchende aus aller Welt eingerichtet.

"Das Zentrum im Meisenbornweg hat das Bild Gießens nicht nur für seine Bewohner, sondern für viele Menschen in Deutschland und der ganzen Welt über beinahe 70 Jahre hinweg geprägt. Hier bündelt sich Zeitgeschichte wie unter einem Brennglas", führte Neidel aus. Man begrüße die Pläne des Landes und des Bundes ausdrücklich und wolle zeigen, dass die Gießener Bürgerschaft diese unterstütze und sich für die weitere Nutzung des Meisenbornwegs engagieren wolle. Für das Frühjahr sei ein Treffen mit dem beauftragten Planungsbüro, sowie der Landeszentrale für politische Bildung in Hessen geplant. Zudem wolle man sich mit anderen Institutionen, beispielsweise dem ehemaligen Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake, vernetzen, um ein möglichst breites Bündnis zu erreichen, lautete ein Fazit des Treffens.

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