Die Aktion im Seltersweg. FOTO: PM
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Die Aktion im Seltersweg. FOTO: PM

Unterschriften gegen "Sexkauf" gesammelt

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Gießen(pm). Rund 90 Prostituierte wurden in Deutschland seit der Legalisierung der Prostitution ermordet, meist von einem Freier oder Zuhälter erstochen oder erdrosselt. Weitere 60 Prostituierte überlebten einen Mordversuch knapp. Dies schreibt der Gießener Verein "Alarm! Gegen Sexkauf und Menschenhandel" und folgert: "Diese Gewalt ist symptomatisch für das System Prostitution, in welchem Menschen, allen voran Frauen und Mädchen, zur Ware und Opfer sexueller Ausbeutung werden." Doch weder in Politik noch Gesellschaft bestehe bisher ein Problembewusstsein; heißt es in einer Pressemitteilung. Mit Gedenktafeln im Seltersweg holten die Vereinsfrauen die 154 zumindest polizeilich dokumentierten Fälle kürzlich in die Öffentlichkeit, was auf großes Interesse, aber auch auf Betroffenheit der Passantinnen und Passanten stieß. Über 100 Personen schlossen sich spontan der Forderung nach der bundesweiten Einführung des "Nordischen Modells" an und unterschrieben einen entsprechenden Brief an die Bundestagsabgeordneten. Grundgedanke ist, dass der "Sexkauf" bei Prostitution, einschließlich des Zuhältertums, unter Strafe gestellt wird. Gleichzeitig wird den Prostitutierten eine Ausstiegshilfe geboten.

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