Mieterverein

Unklare Zukunft beim sozialen Wohnungsbau

  • VonSebastian Schmidt
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Gießen (seg/pm). Der Rückgang an Sozialwohnungen sei vorhersehbar gewesen, die Entwicklung zu stoppen aber schwierig. Das sagt der Mieterverein Gießen und fordert die zur Wahl stehenden Oberbürgermeisterkandidaten auf, sich zur Finanzierungs-Frage zu äußern.

Der Vereins-Vorsitzende Stefan Kaisers kritisiert, dass über die Finanzierung eines geplanten Neubauprojektes von Sozialwohnungen keine Klarheit bestehe. Neben Fördermitteln des Landes seien auch »erhebliche Zuschüsse der Stadt« erforderlich, um bezahlbare Mieten anbieten zu können. Die Stadt habe aber durch die Corona-Krise Einnahmeverluste erlitten, außerdem seien 10 Millionen Euro Rücklagen durch den Greensill-Skandal verloren. Die zur Wahl aufgerufenen Bürger haben laut Kaisers ein Recht darauf zu erfahren, wie sich die Oberbürgermeister-Kandidaten dazu positionieren.

»Die Entwicklung war vorhersehbar«, sagt Kaisers über den sozialen Wohnungsbau in der Stadt. Die alte Rathauskoalition habe sich zwar 2018 darauf geeinigt, 400 neue Sozialwohnungen zu bauen, davon seien heute aber erst 50 bezugsfertig. Der neue Magistrat wolle mit dem Neubauprojekt nun jährlich 150 öffentlich geförderte Wohnungen errichten lassen, in fünf Jahren also 750 Stück. Gleichzeitig fallen alte Wohnungen aber aus der Sozialbindung heraus, so dass das Angebot an Sozialwohnungen im Endeffekt nur 464 Wohnungen steige würde, erklärt Kaisers.

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