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Auch die Alte Orthopädie bleibt nach den neuen Plänen nun doch vorerst stehen.

Uniklinik Gießen

Uniklinikum: Der "fünfte Finger" liegt auf Eis

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Im Januar war noch von einem "Durchbruch am Seltersberg" die Rede. Ein halbes Jahr später sind die damals vorgestellten Pläne zur Erweiterung des Klinikums erst einmal wieder vom Tisch.

Im Januar diesen Jahres hatten das Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) und die Stadt Gießen groß aufgefahren. Zur gemeinsamen Vorstellung der Pläne zur Erweiterung des Uniklinikums waren vonseiten des UKGM der ärztliche Geschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, Prof. Werner Seeger, Rhön-Vorstand Gunther Weiß sowie die kaufmännische Geschäftsführerin Christiane Hinck-Kneip sowie für die Stadt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeister Peter Neidel gekommen. Zusammen präsentierten sie damals eine Anbauvariante mit einem sogenannten "fünften Finger" vor dem Hauptgebäude in der Klinikstraße, in dem unter anderem vier neue Stationen, eine neue zentrale Anmeldung, eine Caféteria sowie Technik- und Lagerflächen untergebracht werden sollten. "Diese Idee ist derzeit in der Planung vorübergehend zurückgestellt", sagt Frank Steibli, der Sprecher des Uniklinikums. Unabhängig davon suche man zusammen mit der Stadt weiter nach geeigneten Möglichkeiten für Kapazitätserweiterungen zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin.

Grund für die überraschende Wende in den Ausbauplänen, denen nur noch die Stadtverordneten sowie das Landesamt für Denkmalpflege hätten zustimmen müssen, sei der "zwischenzeitlich offensichtlich gewordene Sanierungsaufwand im Gebäude Neue Chirurgie, erklärt Steibli. Momentan prüfe das UKGM daher zusammen mit der Stadt, ob die Sanierung des Chirurgiegebäudes mit einem Erweiterungsbau in Richtung Augenklinik einhergehen könne. Auch dieser Plan war der Stadt im Januar bereits vorgestellt worden. "Damit würde die Neue Chirurgie ertüchtigt werden und gleichzeitig könnten neue OP-Säle, neue Intensivstationen und neue Normalstationen entstehen, um die chirurgische Medizin am Standort Gießen weiter zu zentralisieren", sagt Steibli.

Alte Orthopädie bleibt zunächst

Auch der geplante Abriss der Alten Orthopädie wird verschoben. Das leerstehende Gebäude sollte eigentlich dem großen Anbau vor dem Hauptgebäude geopfert und durch einen Patientengarten ersetzt werden. "Der Abriss der Alten Orthopädie ist und bleibt das Ziel. Momentan wird dieses Gebäude allerdings interimistisch als Zwischenstandort für medizinische Angebote des Uniklinikums genutzt, da das Haus Seltersberg B zur Verbesserung der ambulanten Strukturen saniert und daher leergezogen werden muss", sagt Steibli. Derzeit läuft offenbar der Umzug der psychosomatischen Tagesklinik in die Alte Orthopädie. Im Haus Seltersberg B soll ein Ärztehaus entstehen.

Die neue Entwicklung ist allein deswegen überraschend, da im Vorfeld lange um den im Januar präsentierten Kompromiss gerungen worden war. Zu Beginn der Planungen hatte die Denkmalbehörde ihr Veto eingelegt, da aus deren Sicht ein derart großer Anbau die nahen historischen Klinikgebäude "erdrücken" würde. Im zweiten - nun wieder zurückgestellten - Vorschlag, waren diese Einwände damals bereits berücksichtigt.

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