Rund 1300 Mediziner arbeiten am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, sie sind Landesbedienstete.
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Rund 1300 Mediziner arbeiten am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, sie sind Landesbedienstete.

Tarifeinigung

Uniklinik Gießen: Deutliche Veränderungen - Auch mehr Geld für Mitarbeiter

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Der Tarifvertrag für die Ärzte am UKGM ist unter Dach und Fach. Es gibt deutliche Gehaltssteigerung und mehr Freizeitausgleich. Außerdem muss das Klinikum jetzt die Arbeitszeit der Mediziner erfassen.

Gießen/Wiesbaden - Nach insgesamt sieben Verhandlungsrunden haben die Hessische Landesregierung und die Ärztegewerkschaft »Marburger Bund« am frühen Mittwochmorgen eine Tarifeinigung für die Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) erzielt. Die rund 1300 Mediziner erhalten gut 7,4 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 33 Monaten (bis 30. Juni 2022).

Im Einzelnen gibt es neben einer Einmalzahlung rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 2,5 Prozent mehr. Ab dem 1. Oktober 2020 werden die Bezüge erneut um 2,5 Prozent angehoben und ab dem 1. Oktober 2021 nochmals um 2,25 Prozent erhöht. Die Laufzeit beträgt 33 Monate bis zum 30. Juni 2022. Außerdem bekommen die Ärztinnen und Ärzte am UKGM, wie bereits die übrigen Landesbeschäftigten, das bundesweit einmalige LandesTicket Hessen.

Uniklinik Gießen: Zeiterfassung ist jetzt Pflicht

Weitere Eckpunkte: Bei mehr als vier Bereitschaftsdiensten im Monat erhalten die Ärzte künftig zusätzliche Zeitgutschriften, die sie in Freizeit ausgleichen können. Außerdem ist tariflich geregelt, dass Ärzte Anspruch auf zwei freie Wochenenden pro Monat haben.

Andreas Wagner, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen, nannte die Einigung ein »respektables Gesamtergebnis«. Die Kliniken sind den Angaben zufolge ab sofort auch verpflichtet, die gesamte Anwesenheitszeit der Ärzte im Krankenhaus elektronisch oder auf andere Art mit gleicher Genauigkeit zu erfassen und zu dokumentieren. Das sei ein signifikanter Fortschritt beim Umgang mit der ärztlichen Arbeitszeit, befand der Marburger Bund.

Uniklinik Gießen: Sonderreglung in Hessen

Innenstaatssekretär Stefan Heck zeigte sich sehr zufrieden: »Unser Abschluss zeigt, dass auch in Pandemiezeiten der Spagat zwischen der höchstmöglichen Patientensicherheit einerseits und der Honorierung der hervorragenden Leistungen der Ärztinnen und Ärzte anderseits gelingen kann«, sagte er. Er hob unter anderem die »passgenaue hessische Lösung für die Wochenend- und Bereitschaftsdienste« hervor. Hier sei ein bundesweit einmaliger Weg gefunden worden, die Leistungen der Ärzte finanziell zu honorieren und gleichzeitig einen flexibleren Freizeitrahmen zu gestalten.

Das Land Hessen hatte bereits vor 14 Jahren mit dem »Marburger Bund« einen eigenständigen Tarifvertrag-Ärzte Hessen vereinbart, der stetig weiterentwickelt wurde. Das Tarifwerk unterscheidet sich in einer Vielzahl von Regelungen grundlegend von dem Tarifvertrag der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), etwa das gesamte Eingruppierungsrecht, die Entgelttabellen und zahlreiche allgemeine Regelungen. Der Tarifvertrag-Ärzte Hessen gilt unmittelbar für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg und über einen Anerkennungstarifvertrag mittelbar für das Universitätsklinikum Frankfurt.

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