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Kritiker befürchten, dass eine Übernahme von Rhön durch den Asklepios-Konzern die Bedingungen für die Beschäftigten und Patienten am Uniklinikum Gießen weiter verschlechtern könnten.

Uniklinik Gießen: Kritik an Plänen zur Übernahme

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Die geplante Übernahme der Rhön-Klinikum AG, die das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) betreibt, wird aus den Reihen der Landtagsopposition kritisch gesehen.

Gießen/Wiesbaden (lhe). Es sei ein Trauerspiel, wie das Klinikum erneut zum Spielball auf den Finanzmärkten geworden sei, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Jan Schalauske. Er befürchte, dass sich mit der Übernahme von Rhön durch den Asklepios-Konzern die Bedingungen für die Beschäftigten und Patienten weiter verschlechtern könnten. "Denn Tarifflucht und Kündigungsversuche gegen Betriebsräte gehören bei Asklepios leider zum Tagesgeschäft", sagte Schalauske. Die Corona-Pandemie lehre, dass Privatisierung und Ökonomisierung im Gesundheitswesen ein gefährlicher Irrweg gewesen seien.

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Daniela Sommer, forderte, der Aktionärspoker um die geplante Übernahme dürfe nicht zulasten der Beschäftigten und der Gesundheitsversorgung gehen. "Statt der geplanten Übernahme (...) weiter unbekümmert und tatenlos zuzusehen, muss das Land Verantwortung übernehmen und sich kümmern." Seit dem Verkauf des UKGM an die Rhön-Klinikum AG im Jahr 2006 hätten sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten deutlich verschlechtert, sagte Sommer. Mit der Übernahme durch Asklepios werde der Druck weiter steigen.

Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) wies die Kritik zurück. Es gehe der Regierungskoalition von CDU und Grünen darum, aus der jetzigen Situation das Beste zu machen - für die Patienten, Beschäftigten sowie Forschung und Lehre. An bestehenden Verträgen ändere sich nichts.

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