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Uni Gießen: Fachschaften fordern Aufklärung über Finanzloch im sechsstelligen Euro-Bereich

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Von: Sebastian Schmidt

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Schlechte Stimmung im Fachbereich 03 der JLU.
Schlechte Stimmung im Fachbereich 03 der JLU. © Oliver Schepp

Nach einer studentischen Vollversammlung am Fachbereich 03 fordern die Fachschaften nun Aufklärung über das Finanzloch, das Arbeitsplätze kosten soll.

Gießen – Am Fachbereich 03, Sozial- und Kulturwissenschaften, der Justus-Liebig-Universität soll wegen eines Finanzlochs im mindestens sechsstelligen Euro-Bereich gespart werden. Das werde vor allem auf Kosten der Mitarbeitenden gehen, befürchten mehrere Fachschaften des Fachbereichs in einer gemeinsamen Erklärung. Die Studierenden sehen außerdem die Qualität der Lehre, studentische Projekte und Hilfskräftestellen in Gefahr. Laut der Erklärung der Fachschaften nahmen nun an einer Vollversammlung rund 270 Studierende teil, um sich über die Situation zu informieren.

»In den nächsten Jahren sollen noch deutlich mehr Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeitenden abgebaut werden. Die Lehrqualität und Betreuung der Studierenden nehmen dadurch massiv ab«, sagt Emely Green von der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften.

Uni Gießen: Studierende werfen Dekanat schlechte Buchführung vor

Zwar betone das Dekanat, dass die Studierenden die Sparmaßnahmen im Sommersemester nicht spüren werden. Daran zweifeln die Studierenden aber. »Vor allem die Betreuungsrelation werde sich noch schlechter entwickeln als ohnehin schon. Studierende werden in Zukunft wohl oft Mühe haben, eine Betreuung für die Abschlussarbeit zu finden«, vermutet Pablo Höfer von der Fachschaft Erziehungswissenschaft.

Auch die Lehramtsfachschaft sorgt sich um die Qualität der Lehre. Mayra Heinz sagt: »Wir spüren die Auswirkungen bereits jetzt und werden in den nächsten Semestern noch stärker die Einbuße der Qualität unserer Ausbildung wahrnehmen werden. Dies betrifft die Lehramtsstudiengänge in besonderem Maße, da durch die hohen Studierendenzahlen eine Aufstockung der Seminargröße und Reduzierung der Seminarvielfalt besonders leichtfällt.«

Uni Gießen: Studierende planen Kundgebung wegen Finanzloch

Henning Tauche, Landessprecher der GEW-Studis, befürchtet, dass auch studentische Hilfskräfte von den Sparmaßnahmen betroffen sein können. »Umso wichtiger ist es, sich jetzt mit den betroffenen Mitarbeitenden und Hilfskräften zu solidarisieren«, betont Tauche.

»Der Eindruck verfestigt sich für uns immer mehr, dass dieses Finanzdefizit ein hausgemachtes Problem ist, aufgrund von einer mangelhaften Buchhaltung«, ärgert sich Jenny Jörges vom AStA.

Für diesen Mittwoch, 9. Februar, um 13.30 Uhr haben die Fachschaften nun eine Kundgebung vor dem Unihauptgebäude angekündigt, um eine Senatsdebatte zum Finanzproblem am Fachbereich zu begleiten. Ihre Forderungen sind unter anderem eine transparentere Kommunikation der Finanzlage, die Klärung der Ursachen durch eine interne Revision, studentische Mitsprache bei dem Erstellen der Sparpläne und eine Streckung der Sparmaßnahmen über mehrere Jahre. (pm/seg)

Gleichzeitig zu den Vorwürfen bleibt JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee in Gießen und zieht seine Bewerbung für die Humbolt-Universität zu Berlin zurück. Er begründet den Schritt mit fehlenden Frauen im Präsidium.

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