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Uni Gießen ehrt Grabe-Bolz

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Von: Kays Al-Khanak

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Dietlind Grabe-Bolz erhält die Ehrensenatorenwürde der Justus-Liebig-Universität Gießen von Präsident Joybrato Mukherjee. © Red

Gießen (khn). Im Rektorenzimmer des Hauptgebäudes der Justus-Liebig-Universität (JLU) stehen zwei Menschen, die sich kennen und schätzen - auch wenn sie zugeben, dass sie sich auch schonmal in der Sache gestritten haben. Gehört ja irgendwie immer dazu, egal wie gut man sich riechen kann. Aber dass Uni-Präsident Joybrato Mukherjee die ehemalige Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zur Ehrensenatorin ernennt, erfüllt den einen mit sichtlicher Freude und die andere mit Stolz.

Grabe-Bolz, sagt Mukherjee am Mittwoch im Rahmen der Senatssitzung, habe als OB »Enormes geleistet, für die Universitätsstadt und für die Universität«.

Weltoffenheit und Toleranz

Mukherjee und Grabe-Bolz haben beide im Jahr 2009 ihre erste Amtszeit begonnen - er als JLU-Präsident, sie als OB. Ab diesem Zeitpunkt und auch später mit wechselnden politischen Mehrheiten habe Grabe-Bolz sich immer für die Belange der Uni eingesetzt, betont Mukherjee in seiner Laudatio - auch und gerade mit Blick auf »enorme Herausforderungen« beispielsweise im baulichen Bereich. Der JLU-Präsident nennt in diesem Zusammenhang den neuen Campus am Seltersberg.

Außerdem habe Gießen unter Grabe-Bolz seinen Ruf als weltoffene, liberale und tolerante Stadt festigen können; besonders deutlich sei dies in den Jahren 2015 und 2016 geworden, als es unter anderem im Zuge des Kriegs in Syrien zu großen Fluchtbewegungen nach Europa kam. In Gießen sei die Aufnahme »mustergültig gelungen«, weil Menschen wie die OB die Ärmel hochgekrempelt hätten. Diese Toleranz und Weltoffenheit sei für die Uni, für Studierende und Forschende, die zum Teil aus aller Welt kämen, von besonderer Bedeutung, betont Mukherjee.

Dazu gehört auch, dass sich in der Amtszeit von Grabe-Bolz das Image der Stadt deutlich verändert habe. Als Beispiel nennt Mukherjee den Bahnhof, das Lahnufer oder die Hinterlassenschaften der Landesgartenschau. »Von diesem Image leben wir auch als Universität«, sagt der JLU-Präsident. Besonders hervor hebt er die Nähe, die Grabe-Bolz als OB zugelassen habe. Es sei alleine bemerkenswert gewesen, dass sie zu offiziellen Terminen immer mit dem Fahrrad gekommen sei. Ihr Wahlkampf-Slogan »100 Prozent Gießen«, sagt Mukherjee, »hat man ihr zu 100 Prozent abgekauft.«

»Ich bin erfreut und stolz über diese Entscheidung des Senats«, sagt Grabe-Bolz, »und darüber, dass ich nicht nur als Alumna seit Jahrzehnten mit der Uni verbunden bin, sondern auch als Oberbürgermeisterin eng mit ihr zusammenarbeiten durfte.« Grabe-Bolz studierte von 1976 bis 1982 Politik und Deutsch für Lehramt an Gymnasien an der JLU; von 1987 bis 1988 war sie wissenschaftliche Hilfskraft am Zentrum für interdisziplinäre Lehraufgaben und nahm dort von 1992 bis 1994 einen Lehrauftrag am Fachbereich Politikwissenschaften wahr. OB war sie zwei Amtszeiten lang bis Dezember 2021, nachdem sie sich gegen eine weitere Kandidatur entschieden hatte. Uni und Stadt seien »zwei Seiten einer Medaille«, Forschung und Lehre »keine exterritorialen Gebiete, sondern Teil der Stadtgesellschaft«.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Wichtig sei ihr immer gewesen, dass Stadt und Uni »Partner auf Augenhöhe« seien. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass die Zusammenarbeit von Vertrauen gekennzeichnet sei - »weil die Universität die Stärke dieser Stadt ist«. Auch deshalb, erzählt Grabe-Bolz, habe sie immer an der Begrüßung der Erstsemester teilgenommen. »Die Studierenden«, betont sie, »machen die Stadt jung und vielfältig«, tolerant und bunt Auf dieses Klima sei sie immer stolz gewesen.

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