Uni: Erfolg im LOEWE-Programm

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Gießen(pm). Groß ist die Freude an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) über einen weiteren Doppelerfolg in der 13. Förderstaffel der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE). Zwei vielversprechende Schwerpunkte unter JLU-Federführung und mit Beteiligung der Philipps-Universität Marburg haben den Zuschlag erhalten und werden ab Januar 2021 für vier Jahre vom Land Hessen gefördert: Für das Projekt "iCANx - Cancer - Lung (Disease) Crosstalk: Tumor and Organ Microenvironment" werden bis zum Jahr 2024 3,2 Millionen Euro bereitgestellt, für das Projekt: "PriOSS - Prinzipien oberflächengestützter Synthesestrategien" wurden 4,2 Millionen Euro bewilligt

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee gratuliert allen Beteiligten herzlich: "Die Erfolgsgeschichte der JLU im LOEWE-Programm wird fortgeschrieben. Wir sind dem Land dankbar für diese Förderung herausragender Forschungsgruppen in der Medizin sowie in der Physik und Chemie.

Forschung an Lungenkrebs

Krebs ist als weltweit zweithäufigste Todesursache ein globales Gesundheitsproblem. Das Auftreten von primären Lungentumoren und deren Tochtergeschwulsten (Metastasen) verringert die Lebensqualität und -erwartung der Betroffenen erheblich. Weitgehend unklar ist, wie sich Tumore zur erfolgreichen Besiedlung der Lunge an das Organmikromilieu anpassen und ihre Umgebung neu programmieren. Die am Projekt "iCANx" beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die Mechanismen aufklären, die es Tumorzellen erlauben, die Lunge im bidirektionalen Crosstalk mit dem Organmikromilieu zu besiedeln. Dies soll die Grundlage für die Entwicklung innovativer Therapie- und Heilungsansätze schaffen,

Im Projekt "PriOSS" geht es darum, Moleküle und deren Reaktionen auf Oberflächen mit speziellen Mikroskopen zu visualisieren. Weil das Aufbringen und die Positionierung von Moleküllstrukturen schwierig ist, werden heutzutage Nanostrukturen zunehmend erfolgreich direkt auf Oberflächen hergestellt. Man spricht von der "oberflächengestützten Synthese".

Während man bei der klassischen Synthese in Lösung auf eine fast 200 Jahre lange Erfahrung und ausgereifte Methoden zurückgreifen kann, stecken die Konzepte der oberflächengestützten Synthese noch in den Kinderschuhen. Die zweidimensionale (2D) Natur der Oberfläche eröffnet für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besondere Chancen, Reaktionsverläufe zu kontrollieren, und bietet zusätzliches Potenzial, um Nanoarchitekturen aus atomaren Elementen selektiv aufzubauen.

Im LOEWE-Schwerpunkt "PriOSS" haben es sich die beteiligten Forschenden aus der Physik und der Chemie zum Ziel gesetzt, grundlegende mechanistische Modelle der oberflächengestuützten Synthese zu entwickeln. Damit soll ein Werkzeugkasten für diese neue Methodik geschaffen werden, wie er für die klassische Synthese in Lösung bereits existiert.

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