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Im Erdgeschoss des von der Volksbank errichteten Gebäudes am Stadteingang Schiffenberger Weg befindet sich die Johanniter-Wache.

»Schiffenberger Wacht«

Gießen: Unfallretter nehmen neue Wache in Betrieb

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Der Volksbank-Neubau am Schffenberger Weg beherbergt eine der wichtigsten Infrastruktur-Einrichtungen Gießens. Von ihrer »Schiffenberger Wacht« wollen die Johanniter noch schneller an den Einsatzorten sein.

Der Rettungssanitäter drückt auf den großen roten Knopf an der Hallenwand und schwingt sich auf den Beifahrersitz. Gut 20 Sekunden später geht die Schranke an der Grundstücksausfahrt zum Steinberger Weg hoch und der rot-weiße Rettungswagen rollt über die für den Autoverkehr gesperrte Kreuzung des Schiffenberger Wegs zum Einsatz.

Die automatisierte Alarmausfahrt ist einer der »Besonderheiten«. von denen Regionalvorstand Marco Schulte-Lünzum am Freitag bei der offiziellen Eröffnung der neuen 24-Stunden-Wache der Johanniter Unfallhilfe (JUH) sprach.

„Schiffenberger Wacht“ in Gießen: Johanniter räumen andere Standorte

Bereits seit Ende Januar ist die Station mit dem Namen »Schiffenberger Wacht« in Betrieb. Sehr zügig entstanden an der Ecke Steinberger und Watzenborner Weg Fahrzeughallen mit fünf Stellplätzen, eine Waschhalle sowie zusätzlich Aufenthalts-, Büro- und Schlafräume. Die bisherigen Gießener Standorte der JUH an der Nordanlage und am Schiffenberger Weg werden in der neuen Wache zusammengeführt, erklärte Schulte-Lünzum den Gästen der coronabedingt nur kleinen Einweihungsfeier, der irgendwann im Sommer ein »Tag der Offenen Tür« folgen soll.

»Die Lage der neuen Wache ist hervorragend für den Rettungsdienst. Aufgrund der guten Anbindung erreichen wir von hier aus noch schneller unsere Ziele im Einsatzgebiet und leisten so einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der hier lebenden Menschen«, begründete Schulte-Lünzum die die Entscheidung für den Standort, an dem die JUH Mieterin der Volksbank Mittelhessen ist. »Wir haben in den letzten Monaten viel über den Rettungsdienst gelernt und was es bedeutet, eine moderne Wache zu konzipieren«, sagte Voba-Vorstand Lars Witteck. In den Stockwerken über der JUH residieren der Medizinische Dienst der Krankenkassen und einige Facharztpraxen.

Neue Wache der Johanniter in Gießen: Landrätin Anita Schneider findet Standort „logistisch genial“

Auch für die für den Katastrophenschutz zuständige Landrätin Anita Schneider sind Standort und Ausstattung »logistisch genial«. Es gehe immer um die Einhaltung der zehnminütigen Hilfsfrist; »schnellen Einsatzzeiten« seien im Fall der »Schiffenberger Wacht« gewährleistet.

Den Worten Schneiders, die nach einem Sportunfall auf eisglatter Laufstrecke mit einem frisch geschienten Unterarm erschienen war, war zu entnehmen, dass die Neubeauftragung des Rettungsdienstes in Stadt und Kreis Gießen an JUH und das Deutsche Rote Kreuz bevorsteht. Für das DRK sei ein ähnlich günstig gelegener Stützpunkt in der Weststadt in Planung, hieß es.

Schulte-Lünzum dankte Bürgermeister Peter Neidel für die gute Zusammenarbeit mit der städtischen Bau- und Planungsverwaltung und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz freute sich auch über den städtebaulichen Zugewinn: »Das ist ein imposantes Gebäude am Stadteingang«. Mit der neuen Wache werde ein »wichtiger Beitrag zur medizinischen Versorgung der Menschen in Stadt und Landkreis geleistet«, ist sich die OB sicher.

„Schiffenberger Wacht“ in Gießen: Rettungsteams sind auf der neuen Wache der Johanniter ungestört

Ferner anwesend bei der improvisierten Einweihungsfeier waren Prof. Dr. Simon Little, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landkreises Gießen, Kreisbrandinspektor Mario Binsch und Betriebsleiter Jan Orendt vom DRK Rettungsdienst Mittelhessen. Neben Schulte-Lünzum war die JUH mit den Bereichsleitern Dirk Rausch und Dominik Panz vertreten, die eine kurze Führung durch die Räume der Wache gaben. Drei Rettungsteams können sich hier gleichzeitig nachts aufhalten, ohne sich gegenseitig zu stören. Jeder Abstellplatz für die Rettungswagen hat im hinteren Bereich eigene Schlaf- Sanitär- und Aufenthaltsräume. Hinzu kommt ein gemeinsamer großer mit Küche und Wohnzimmer-Atmosphäre.

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