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Und es hat »Zoom« gemacht

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Der erste Themendurchlauf von »Ich.Morgen« ist beendet. Anlass, am Wochenende mit einem ersten Themenabschluss-Event das Projekt zu feiern, das die Stadtbibliothek zu den Menschen bringt und bei dem Gießener die Geschichte ihrer Stadt schreiben können. Gefeiert wird - natürlich - digital.

Unkonventionelle Ideen und Formate fördert die Kulturstiftung des Bundes, damit es den Stadtbibliotheken auf Dauer möglich ist, sich als offener Ort der Begegnung zu etablieren. Eines dieser geförderten Projekte ist »Ich.Morgen«, ein Kooperationsprojekt von Stadtbibliothek, Kulturamt, dem Büro Zellkultur für angewandte Kultur und Bildung und dem Literarischem Zentrum. Und die schicken seit Anfang April den BiB-Satelliten als Begegnungsort, an dem die Gießener gemeinsam ihre Zukunft erschreiben können, in alle Himmelsrichtungen der Stadt.

Unter den Slogans »Ich.Mensch«, »Ich.Arbeit« und »Ich.Umwelt« können Bürger seit Anfang April ihre Meinungen und Wünsche zu den Herausforderungen der Zukunft formulieren. Der BiB-Satellit konnte bislang zwar wegen der Pandemie-Bestimmungen noch nicht wie geplant geöffnet werden, das Vermittlerteam hat aber auch so über 50 Beiträge sammeln können, die man auf www.ichmorgen.de einsehen kann.

Die erste Themenrunde »Ich.Mensch« ist nun abgeschlossen und wird am Samstag, 15. Mai, von 16 bis 20 Uhr mithilfe des Videokonferenz-Tools »Zoom« digital gefeiert: mit einem vielfältigen Rahmnenprogramm, vorab aufgenommenen Lesungen, Einblendungen der von Bürgern eingereichten Texte und Bilder, mit Kurzvorträgen und einer Schalte in die Kunsthalle, wo aktuell mit »Double Bind« von Louisa Clement eine Ausstellung gespeist mit künstlicher Intelligenz aufgebaut ist. Darüber hinaus präsentieren sich Gießener Institutionen im »Zoom«-Raum.

Das Programm stellten nun Guido Leyener-Rupp und Eva Steinbrecher von der Stadtbibliothek, Janine Clemens und Tabea Knispel vom LZG, Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher und diverse zugeschaltete Projektverantwortliche, -leiter und -partner vor.

Das digitale Event verteilt sich auf drei sogenannte Break-out-Räume, in die man im genannten Zeitraum dank »Zoom«-Link kostenlos und unkompliziert gelangt und zwischen denen man, vom heimischen Sofa aus, jederzeit virtuell wechseln kann. Viele der vorab per Video aufgenommenen Beiträge werden mehrfach zu sehen sein, sodass niemand etwas verpassen muss. Behandelt werden die Themen, die Gießener allen Alters im ersten Themendurchlauf »Ich.Mensch« als wichtig genannt haben: Menschenrechte und -würde, Gleichstellung, ein wertschätzendes Miteinander und Angst um die Zukunft.

Moritatensänger und Zukunftsangst

Ein Höhepunkt wird die Lesung mit der aus Wißmar stammenden Erika Weimer sein, die ihr Buch »Zu neuen Ufern. Mein Zuhause in der Ferne« von 2020 vorstellt. Die 85-jährige Autorin hat darin 19 Menschen aus unterschiedlichen Ländern porträtiert, die in Gießen eine Heimat gefunden haben. Drei von ihnen werden vor Ort sein. Die Lesung moderiert GAZ-Redakteur Rüdiger Soßdorf. Umrahmt wird sie vom eigens für den Themenbereich komponierten musikalischen Beitrag, den Christian Lugerth im Stil eines Moritatensängers gemeinsam mit Zeichnungen von Trafo-Künstlerin Annabel Herget präsentiert (»Ein Grundelement, das wir auch weiter nutzen werden«, so Stadtbibliotheksleiter Guido Leyener-Rupp).

In einem weiteren digitalen Raum referieren Prof. Dr. Jörg Ahrens (Kultursoziologe an der JLU) und Alexander Talovic (Doktorand des GCSC der JLU, in Kurzvorträgen über das Thema »(Zukunfts-)Ängste«. Dabei wird auch Bezug zur aktuellen Kunsthallen-Ausstellung genommen, aus der Kunsthallenleiterin Dr. Nadia Ismail einzelne Objekte präsentiert. Bei einer Live-Schalte kann man mit allen Beteiligten chatten.

In einem dritten digitalen Raum stellen drei Gießener Institutionen sich und ihre Arbeit vor: Amnesty International Gießen, an.ge.kommen e. V. und das Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen. Hier wird es auch um die Frage gegen, was jeder einzelne Mensch tun kann, damit die Zukunft für uns alle lebenswert bleibt.

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