Umzugskartons mit mehreren Zentnern Drogen

  • Guido Tamme
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Gießen(ta). Es sollte nach einem Umzug aussehen, als im vergangenen Juni in einem Gewerbegebiet in Liederbach am Taunus aus einem Sattelzug zahlreiche Kisten ausgeladen wurden. Doch die Umzugskartons in dem Lkw enthielten eine große Menge Rauschgift, allein gut 270 Kilogramm Marihuana. Deshalb wurde der Fahrer wenig später festgenommen. Der 44-jährige Serbe steht nun in Gießen vor Gericht wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Die Polizei observierte den aus Serbien stammenden Sattelzug am 9. Juni, als der Fahrer gegen 7.10 Uhr in Liederbach mit einem Komplizen einen Teil seiner Fracht auslud: Es waren 80 Kilogramm Marihuana, 2000 Ecstasy-Tabletten sowie 175 Gramm Heroin. In einer zweiten Charge wurden elf weitere Kartons mit 80 Kilo Marihuana abgeliefert.

Anschließend folgte die Polizei dem Sattelzug noch eine Weile in Richtung Dortmund, ehe sie ihn auf der Autobahn A 45 auf den Parkplatz Pfaffenpfad südlich von Lützellinden leitete. In dem Lastwagen fanden die Beamten weitere zwölf Kartons mit 112 Kilogramm Marihuana. Der Fahrer und sein Komplize, der gesondert strafrechtlich verfolgt wird, wurden festgenommen. Der Serbe sitzt seitdem in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt ein.

Der Strafprozess gegen ihn am hiesigen Landgericht musste gestern Vormittag schon nach der Verlesung der Anklage durch Staatsanwalt Eugen Schwegler unterbrochen werden. Denn der Rauschgift-Transporteur mochte sich nicht zur Sache äußern und die Zeugen waren von der Kammervorsitzenden Dr. Kathrin Exler kurzfristig ausgeladen worden. Denn die Verhandlung stand auf der Kippe, nachdem der Pflichtverteidiger wegen eines Auslandsaufenthalts abgesagt hatte. Stattdessen wurde nun der bisherige Wahlverteidiger als Pflichtbeistand verpflichtet.

45 Minuten hatten zuvor die Beteiligten auf den Sitzungsbeginn warten müssen, weil der bestellte Dolmetscher unentschuldigt fehlte und kurzfristig Ersatz gefunden werden musste. Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag mit der Anhörung von Zeugen fortgesetzt.

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