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Wie knapp ist Mundschutz? Das Gießener Klinikum äußert sich widersprüchlich. FOTO: DPA

UKGM: Mundschutz reicht aus - momentan

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Gießen(kw). Mangelt es dem Uniklinikum an Mundschutz für Mitarbeiter und Patienten? Die Auskünfte des Universitätsklinikums Gießen und Marburg dazu klingen widersprüchlich. Offiziell erklärt die Pressestelle auf GAZ-Anfrage: "Wir sind derzeit mit allen Schutzmaterialien ausgerüstet und erwarten weitere Lieferungen." Auf Facebook bittet das Klinikum indes um Materialspenden - nachdem es einen dramatischen Appell von Mitarbeiterseite als "Falschmeldung" bezeichnet hatte.

Ebenfalls auf Facebook hatte eine anonyme Nutzerin erklärt, der Kinderkrebsstation gingen die Schutzmasken aus. "An alle, die sich in den letzten Wochen mit Mundschutz eingedeckt haben, den sie ohnehin nicht nutzen können, bitte habt ein Einsehen und ein Herz! Gebt etwas ab an die, die es dringend brauchen."

Wie lange reichen die Reserven?

Das Uniklinikum dementierte kurz darauf: "Bitte helfen Sie mit, diese Fehlinformation zu stoppen. Sie sorgt ohne Grund für viele Anfragen und Verunsicherung."

Tags darauf bat das UKGM - in einem moderateren Tonfall - selbst darum, originalverpackten medizinischen Mund-Nasen-Schutz an der Rezeption abzugeben. "Momentan haben wir zwar noch ausreichend Schutzmaterial für unser Personal und die Patienten, aber es gibt tatsächlich Lieferschwierigkeiten bei einigen Materialien, und wir wissen nicht, wie lange die Krise dauern wird." Mit Spenden "erhöhen wir unsere Reserven für die nächsten Wochen".

Der GAZ erklärt Sprecherin Christine Bode, es gebe derzeit keinen Engpass. Die Frage, für wie viele Tage die Schutzausrüstung voraussichtlich noch reichen wird, könne sie "nicht verlässlich beantworten". Das Klinikum wolle sich nicht "auf Zahlenspekulationen einlassen", da niemand wisse, wie viele Patienten mit welcher Schwere der Erkrankung in den nächsten Wochen behandelt werden müssen.

Die GAZ-Redaktion hat in den letzten Tagen etliche Hinweise besorgter Gießener Klinikum-Mitarbeiter erhalten, Schutzausrüstung werde knapp. Bundesweit schlagen Krankenhäuser Alarm. Mancherorts lassen sie provisorischen Mundschutz nähen.

Bestellte Ware komme in den Häusern nicht an, mutmaßlich auch weil die Bundesregierung sie abgefangen hat, sagen Klinikvertreter. Tatsächlich erklärt die Regierung, sie habe Material "gesammelt" und wolle dieses verteilen. Wie viel davon ans UKGM gehen wird? "Dazu liegt uns nichts vor" - mehr sagt Bode nicht zu diesem Thema.

Am Klinikum komme "nur geprüftes medizinisches Material nach geltenden Hygieneregeln zum Einsatz". Gespendete Masken würden von der Krankenhaushygiene geprüft.

Mit Fragen, Kritik oder Sorgen könnten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "jederzeit an ihre Vorgesetzten wenden", unterstreicht Bode. Alternativen, bei denen man auch anonym bleiben kann, seien das klinikinterne Meldesystem sowie eine "Corona-Hotline" für das Personal. Sowohl das telefonische als auch das E-Mail-Angebot werde "sehr gut angenommen".

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