Über 34 000 Erdgasanlagen umgestellt

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Rund fünf Jahre arbeiteten Experten der Mittelhessen Netz GmbH daran, ihr Erdgasnetz von L- auf H-Gas umzustellen. Nun ist dieses vom Umfang her einzigartige Projekt abgeschlossen.

Die Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N) ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Gießen. Hier ist von einem "Jahrhundertprojekt" die Rede: Mittlerweile strömt Erdgas der Qualität H durch ihr gesamtes Netz. Der in der Region neue Brennstoff hat einen etwas höheren Energiegehalt als das bislang gelieferte L-Gas. Die Erhöhung des Brennwerts stellte die MIT.N vor eine logistische Herausforderung: Es galt, rund 34 000 Erdgasgeräte auf die neue Gasart umzurüsten. "Für viele dieser Anlagen hatten wir nur ein sehr knappes Zeitfenster von wenigen Tagen", erinnert sich die Projektverantwortliche Birte Vermehren.

Das Mammutprojekt, mit dessen Planung die Spezialisten aus der Lahnstraße schon 2015 begannen, war eine Reaktion Reaktion auf zur Neige gehende L-Gas-Vorkommen und die Ankündigung der Niederlande, ihre Produktion bis 2030 einzustellen. Also müssen alle Netzbetreiber, durch deren Leitungen niederländisches Erdgas strömt, rechtzeitig alle angeschlossenen Anlagen umrüsten lassen. Bundesweit waren und sind etwa 4,5 Millionen Haushalte betroffen. Die Umstellung soll die Erdgasversorgung auf Jahrzehnte sichern.

Die MIT.N bezog ansässige Fachbetriebe in das Projekt ein. "Unser Ziel war es, die Wertschöpfung in der Region zu halten", sagt Rüdiger Schwarz, Geschäftsführer der MIT.N. Anfang März 2020 erhielten große Teile der Stadt Gießen das neue Gas. Mitte April vollzog die MIT.N schließlich die Umstellung in den verbliebenen Gießener Stadtteilen. Es hätten sich aber Schwierigkeiten nicht vermeiden lassen, teilt das Unternehmen mit: So habe die MIT.N bei einigen Kunden keinen rechtzeitigen Zugang zu den Gasgeräten. Weil ein solches Projekt klaren technischen und gesetzlichen Regeln unterliegt, habe es in diesen Fällen für die MIT.N keine andere Option gegeben, als eine Sperrung des Anschlusses anzudrohen und vereinzelt tatsächlich zu vollziehen, heißt es in einer Presseerklärung. Der Grund sei die Gewährleistung der Sicherheit für Leib und Leben. Denn einige Geräte, die für den Betrieb mit L-Gas konstruiert sind, können durch die Befeuerung mit H-Gas zur Gefahr werden. "Genau das mussten wir um jeden Preis verhindern", betonte Schwarz.

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