Die Amphibien laichen in flachen Gewässern, die Flächen werden hier mit dem Bagger vorbereitet. FOTO: PM
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Die Amphibien laichen in flachen Gewässern, die Flächen werden hier mit dem Bagger vorbereitet. FOTO: PM

Tümpel für die Gelbbauchunke

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Gießen(pm). Im Gießener Stadtwald sind an zwei Standorten sechs neue Kleinstgewässer für die Gelbbauchunke geschaffen worden. Sie dienen als Trittsteine zur Vernetzung bestehender Vorkommen der Amphibie; die vom Aussterben bedroht ist. Sie kommt noch im Schiffenberger Tal sowie im Bereich des Europaviertels und auf der Hohen Warte vor. Die nächsten bekannten größeren Vorkommen finden sich bei Langgöns, ansonsten haben die Bestände der Art in Hessen in den letzten 20 Jahren außerordentlich stark abgenommen.

Gelbbauchunken, die auch Bergunken genannt werden, benötigen flache und vegetationsarme Laichgewässer, die nur temporär Wasser führen. Dazu müssen in der Landschaft immer wieder Maßnahmen ergriffen werden. Doch auch den anderen Amphibien des Gießener Waldes soll damit unter die Arme gegriffen werden - so leiden Grasfrosch und Co. in den letzten Jahren immer mehr unter der Trockenheit und dem zu frühen Austrocknen der Gewässer. Dazu wurden ebenfalls etwas tiefere und größere Gewässer angelegt. Im Stadtwald rund um die Licher Straße kommt beispielsweise der Feuersalamander noch zahlreich vor.

Die Maßnahme war Ende April vom Regierungspräsidium Gießen bewilligt worden. Die Mittel stammen aus dem Topf der Hessischen Biodiversitätsstrategie, der vom RP verwaltet wird. Die Auswahl der Standorte erfolgte durch den Arbeitskreis Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), die die Maßnahme auch vorgeschlagen hatte, die Umsetzung durch die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) unter Leitung von Ernst-Ludwig Kriep (städtischer Forstbetrieb).

Zuvor mussten die Standorte noch vom Kampfmittelräumdienst auf möglicherweise gefährliche Altlasten kontrolliert werden.

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