Tucker hat in der Junkersstraße erst vor Kurzem einen Neubau zur Schweißgerätefertigung errichtet.
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Tucker hat in der Junkersstraße erst vor Kurzem einen Neubau zur Schweißgerätefertigung errichtet.

Jobs in Gefahr

Gießen: Einer der größten Arbeitgeber will Stellen abbauen  

  • Jens Riedel
    vonJens Riedel
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Der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt Gießen, die Tucker GmbH, plant einen Stellenabbau. Nach GAZ-Informationen sollen 80 Jobs gestrichen werden.

  • Die Tucker GmbH ist der größte industrielle Arbeitgeber in Gießen.
  • Nun plant das Unternehmen, an den drei Standorten in Gießen Stellen abzubauen
  • 80 Jobs sollen nach GAZ-Informationen wegfallen

Gießen - Bei der Tucker GmbH, mit rund 1200 Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber in Gießen, ist ein Stellenabbau geplant. Nach Informationen dieser Zeitung sollen 80 Jobs im Nicht-Produktionsbereich gestrichen werden. Dieses Ziel hat der Mutterkonzern aus den USA vorgegeben. Tucker ist ein Unternehmen der Stanley Engineered Fastening GmbH, die wiederum zum amerikanischen Stanley-Black & Decker-Konzern gehört. Der Konzern hat weltweit Maßnahmen ergriffen, um seine Personalkosten zu senken, und begründet dies mit den durch die Corona-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheiten.

Tucker in Gießen will Jobs streichen: Betriebsrat kann das nicht verstehen

»Es werden 20 Prozent der indirekten Personalkosten an den europäischen Standorten reduziert. Werker in der Produktion werden nicht betroffen sein«, teilte das Unternehmen mit. Laut Tucker-Betriebsratschef Joachim Geist sind mit indirekten Personalkosten »die Mitarbeiter gemeint, die nicht aktiv an den Maschinen unsere Waren produzieren«, also Verwaltung, Marketing, Vertrieb oder Service. In diesen Bereichen arbeiten an den drei Tucker-Standorten in Gießen in der Max-Eyth-Straße (Kunststoff- und Bolzenfertigung), in der Junkersstraße (Gerätefertigung) sowie in Großen-Linden (Logistik) rund 400 der 1200 Beschäftigten.

»Wir verhandeln derzeit über Sozialpläne und Interessensausgleich«, sagt Geist, der den Stellenabbau nicht nachvollziehen kann: Denn in zwei Dritteln der Produktionsbereiche, vor allem im Bereich Befestigungslösungen, würden bei Tucker aktuell Überstunden geleistet. Lediglich im Bereich Gerätefertigung sei die Auftragslage derzeit weniger gut. Doch dort habe man Mitarbeiter temporär versetzen können. »Wir könnten auch Kurzarbeit noch zwölf Monate nutzen, ohne Personal entlassen zu müssen. Doch das widerspricht den Vorgaben des Managements«, beklagt der Betriebsrat.

Stellenabbau bei Tucker in Gießen: IG Metall übt scharfe Kritik an Geschäftsführung

Mario Wolf, 2. Geschäftsführer der IG Metall Mittelhessen, sieht durch den Abbau sogar die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in Gefahr. Der Stellenabbau diene »nur der Gewinnmaximierung und der Befriedigung der Aktionäre«. Tucker, Hauptsponsor des Gießener Firmenlaufs, beliefert die Autoindustrie, aber auch Haushaltsgeräte-, Elektronik- und Metallhersteller. (jri)

Bereits 2018 hat Tucker 60 Stellen in Gießen abgebaut.

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