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Der Ortsbeirat Rödgen stört sich am zeitlichen Ablauf der Umlegung des Baugebietes "In der Roos". FOTO: SCHEPP

"Triesch" ist Favorit

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Gießen-Rödgen(csk). Wörterbuch oder Dorfchronik? Das ist momentan eine der spannenden Fragen in Rödgen. Die Mitglieder des Ortsbeirats hatten vor ihrer Sitzung am Dienstagabend offenbar in beidem recherchiert. Ihre vom Magistrat gewünschte "Meinungsbildung", wie eine neue Straße im geplanten Baugebiet "In der Roos" heißen soll, fiel denkbar knapp aus. CDU und Freie Wähler stimmten für "Triesch", die SPD votierte geschlossen für Benennung nach Marie Schorge. Fünf zu vier also - der Ausgang der Debatte bleibt bis auf Weiteres offen.

Denn die endgültige Entscheidung fällt im städtischen Beirat zur Benennung von Straßen und Plätzen. Dass er sich nicht für Schorge aussprach, die 1964 zur ersten Bürgermeisterin des Dorfes gewählt wurde, begründete Christoph Thiel (CDU) mit einer Tradition: Die Friedrich-Ebert-Straße sei in Rödgen die einzige nach einer Persönlichkeit benannte.

"Triesch" bedeute "Brachland" und füge sich als Flur- bezeichnung viel besser in das Ensemble der Namen. Jürgen Becker (SPD) und seine Fraktion plädierten dagegen für "den Mut, verdiente Persönlichkeiten zu bedenken". Obwohl auch Christdemokraten und Freie Wähler Verdienste Schorges anerkannten, ließen sie sich nicht umstimmen.

Eher verstimmt ist der Ortsbeirat über die zeitlichen Abläufe rund um eine geplante "Umlegung" des Baugebietes "In der Roos". Die Neuordnung der Grundstücke hatte das Stadtparlament am 19. Dezember beschlossen. Die vorgesehene "Beratung" der Rödgener Bürgervertreter blieb damit im Grunde wertlos. Nicht nur Becker sprach deshalb von einer "Farce", ehe man die Vorlage ohne Abstimmung zur Kenntnis nahm. Einstimmig verabschiedet wurde noch ein Antrag der FWG. Der Magistrat möge prüfen, ob eine 50 Meter lange Lücke in der Wegeverbindung am Ortsausgang Richtung Buseck "fußläufig nutzbar" gemacht werden könne. Bislang handele es sich dort um eine Gefahrenstelle.

Kanaluntersuchungen der Mittelhessischen Wasserbetriebe haben unterdessen laut Ortsvorsteherin Elke Victor (FW) "ziemlich erschreckende Ergebnisse" gebracht. Von bislang etwa 130 inspizierten Grundstücksanschlüssen hätten rund 75 Prozent "Sanierungsbedarf". Die Arbeiten laufen aber noch.

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