Erste Projektskizze der "Liebighalle" mit begrünten Dächern. ABBILDUNG: STADT GIESSEN
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Erste Projektskizze der "Liebighalle" mit begrünten Dächern. ABBILDUNG: STADT GIESSEN

Tribüne ist noch möglich

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen(mö). Das Vorhaben der Stadt, an der Liebigschule eine neue Sporthalle zu errichten, hat am Mittwochabend im Sportausschuss des Stadtparlaments eine erste Hürde genommen. Das Gremium votierte einstimmig dafür, dass die Stadt das Projekt zwecks Bezuschussung für das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" anmeldet.

Die Diskussion im Ausschuss war von der Frage bestimmt, ob die im "Sportzentrum Gießen-Mitte" vorgesehene Zwei-Felder-Halle mit einer Zuschauertribüne, die bislang im Raumprogramm nicht vorgesehen ist, ausgestattet werden sollte. "Auch bei schulinternen Veranstaltungen und Meisterschaften kommen schnell 300 Zuschauer zusammen", sagte FDP-Fraktionschef Dr. Klaus Dieter Greilich und verwies auf das Beispiel der Sporthalle an der Brüder-Grimm-Schule. Die sei zunächst auch ohne Tribüne geplant worden, aber nach Hinweisen des Ortsbeirats und aus den Kleinlindener Vereinen hätten Schulverwaltungsamt und Hochbauamt umgedacht und eine Tribüne für 300 Zuschauer eingeplant. "Wenn wir die hier jetzt weglassen, verschenken wir womöglich Fördergeld", gab Greilich zu bedenken.

Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser und das Hochbauamt verwiesen auf das frühe Stadium der Planung. Die SPD-Stadträtin sprach von einer "Vorvorstudie", und Verwaltungsmitarbeiter Peter Krause fügte hinzu: "Eine Tribünennutzung ist noch möglich."

Sportflächen haben Priorität

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Tribüne aus Platzgründen bislang bewusst nicht eingeplant worden ist. Die Stadt bewegt sich auf dem "Lio"-Schulhof mit der Planung einer doppelstöckigen Halle auf einem begrenzten Raum und sieht eine Priorität bei der Schaffung von Sportflächen. "Eine Tribüne wäre klasse, aber die Schaffung vom Sportfeldern sollte vorgehen", machte Schulleiter Dirk Hölscher den Standpunkt der "Lio" deutlich. Die wachsende Schule habe beim Sport einen "hohen Stundenbedarf", die Konzeption diverser Outdoor-Angebote sei letztlich der Raumnot geschuldet.

Gleichzeitig betonten Eibelshäuser und Hölscher die Bedeutung der neuen Halle für den Vereins- und Wettkampfsport. Zum Zuschaueraspekt merkte die Schuldezernentin an, dass die Basektballer der "Pointers" schon seit 2011 nicht mehr in der Doppelturnhalle, sondern an der Theodor-Litt-Schule spielten. Diese Halle freilich muss saniert werden und steht demnächst - nach der Doppelturnhalle und der Halle in der Rivers Automeile (Corona-Testcenter) - den Vereinen auch nicht mehr zur Verfügung.

Das "Sportzentrum Gießen-Mitte" mit der neuen "Liebighalle", zu der auch eine 50 Meter lange Laufhalle gehört, soll bis Ende 2023 fertiggestellt sein und wird nach einer ersten groben Schätzung rund zehn Millionen Euro kosten, davon kämen 4,5 Millionen aus dem Bundesprogramm.

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