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Treffen, schwätzen und feiern

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Viel Spaß und Musik beim Nordstadtfest. © Rüdiger Schäfer

Gießen (ige). Beim letzten Mal 2019 war es »saukalt«, es regnete und stürmte. Kein Vergleich zum Fest in diesem Jahr: »Heute wird gefeiert« war kürzlich das Motto beim Nordstadtfest. Nach zwei Jahren coronabedingter Abstinenz waren bei strahlendem Wetter bereits vor Beginn um 14 Uhr fast alle Tischreihen rund um das Nordstadtzentrum voll besetzt. Es war ein Kommen und Gehen bis fast um Mitternacht.

»Etwa 2000 Leute hier aus dem Quartier werden insgesamt dagewesen sein«, schätzt Stadtteilmanager Lutz Perkitny. Immerhin ist das jeder Fünfte aus der Nordstadt. Hier im Quartier kennt man sich seit Jahren, gar Jahrzehnten - ist per Du, freut sich, einander beim geselligen Zusammensein zu treffen, zu schwätzen, zu feiern und auch vor der Bühne zu tanzen. Die hatte Perkitny bereits tags zuvor mit vielen fleißigen Helfern aufgebaut. Der Stadtteilmanager lobt die Hilfsbereitschaft im Quartier: »Es waren mehr als zwei Dutzend Freiwillige, die bei den unterschiedlichsten Sachen geholfen haben.« Auch viele der oft gescholtenen Jugendlichen seien darunter gewesen. Mit ihnen wurde auch unter der Anleitung von Flavy Schminke ein in die Jahre gekommenes Graffito am Eingang zum Saal des Nordstadtzentrums mit Sprühdosen wieder auf Vordermann gebracht. Organisiert hatte die Aktion die »Aufsuchende Jugendsozialarbeit« (AJS).

250 Euro Spendengeld überreichte Sparkassenvorstand Ilona Roth an den Nordstadtverein. Vertreter der Stadt waren nicht vor Ort. Auftritte des Schulchores der Georg-Büchner-Schule (GBS), deren Tanz-AG sowie zwei Auftritte der Kinder des Familienzentrums Bernhard Itzel eröffneten das Unterhaltungsprogramm. Ihnen folgte ein lebhafter Auftritt der B-Boys der TSG Blau-Gold mit Breakdance.

Zumba, Folklore

und Breakdance

Die »Handai-Gruppe« des Eritreischen Frauenvereins zeigte traditionell gekleidet ihr Können. Drei Dutzend Musiker des Alevitischen Kulturvereins boten mit ihren Baglamas, dem meistverbreiteten Musikinstrument in der Türkei, folkloristische Weisen dar. Zusehen und zuhören konnte man zudem bei der musikalischen Darbietung des TKMG Gießen sowie der Breakdance-Einlage »LA-Style by Jamal«. Bridget Itugbu brillierte mit Klängen aus Afrika, Tess de la Cruz begeisterte mit einem schwungvollen Zumba-Auftritt, die »New Style Brüder« mit Hip Hop. Robel Ambaye, der auch den Abend moderierte, sowie André Vonderheid heizten mit Schlagern, Stimmungs- und Volksmusik ein.

Neben diversen Infoständen und Quiz-Möglichkeiten für Erwachsene wurde durch die Kooperationspartner der Nordstadt speziell für die Kinder einiges geboten: Kinderschminken, Dosenwerfen, Taschenmalerei, Hüpfburg, Torwandschießen, Glücksrad sowie ein Dosenkatapult. Besonders begeisterten die Seifenblasenkünstler Iryna und Alex Bilenka aus Dutenhofen.

Blumen-Schulz stellte wie jedes Jahr den Blumenschmuck. Die Georg-Büchner-Schule hatte Waffeln gebacken, deren Förderverein half mit, Kräfte des IJB standen hinter dem Bratwurststand. Eritreischer Frauenverein, TKMG, Alevitischer Kulturverein, Achille Laki bereiteten Spezialitäten aus verschiedenen Teilen der Welt zu. Viele Kuchen wurden außerdem vom Café Nordstern gespendet. Perkitny zeigte sich begeistert: »Ich finde das alles nicht selbstverständlich. Das zeichnet unseren Stadtteil aus.« Mit diesem Fest sei einmal mehr der Zusammenhalt der Bewohnerschaft im Quartier bewiesen worden.

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