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Bestattungen sind weiterhin möglich. FOTO: SCHEPP

Trauerfeiern auf 15 enge Verwandte begrenzt

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Gießen(mac). Trotz des weitgehenden Kontaktverbots zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind Bestattungen und Trauerfeiern hessenweit weiterhin erlaubt. Die für das Friedhofswesen zuständigen Städte und Gemeinden seien darauf hingewiesen worden, dass es trotz der aktuellen Situation für Angehörige die Möglichkeit gibt, würdevoll Abschied nehmen zu können. Das teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Konkretisiert wurde dies am Abend vom Landkreis. "An Trauerfeierlichkeiten darf der engste Familienkreis teilnehmen. Damit gemeint sind Ehepartner, Lebenspartner oder sonstige Lebensgefährten sowie die Verwandten der Verstorbenen bis zum zweiten Grad", heißt es in der Mitteilung. Dazu zählen Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel und Geschwister. Die Anzahl der Angehörigen ist auf 15 Personen begrenzt. Die Trauerfeiern müssen unter freiem Himmel stattfinden, Kontaktdaten der Teilnehmer sind zu notieren. Zudem müssen die Anwesenden den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Personen mit Atemwegserkrankungen dürfen nicht teilnehmen. Bestatter müssen sicherstellen, dass die Auflagen eingehalten werden.

Die Stadt Gießen hatte bereits am Montag in einem Rundschreiben an Bestatter erklärt, dass man der Auffassung sei, dass es dem "allerengsten Familienkreis möglich sein müsse, einen Verstorbenen zu Grabe zu tragen. Die Bestatter sollten dabei "Augenmaß und Menschenverstand" einsetzen. Urnenbestattungen können auch in Gießen zudem auf einen späteren Zeitpunkt als in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von neun Wochen verschoben werden.

In Hessen dürfen Menschen seit Montag nur noch alleine oder zu zweit aus dem Haus. Ausnahmen gibt es für Familien oder andere in einem Haushalt lebende Personen sowie für Menschen, die "geschäftlich und dienstlich gemeinsam unterwegs sein müssen".

Auch die Gießener Friedhofsverwaltung ist von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Wie in anderen Bereichen der Verwaltung sollen persönliche Begegnungen so gut wie möglich vermieden werden. Daher wird es in absehbarer Zeit nicht möglich sein, Trauerfeiern auf verschiedenen Friedhöfen oder auf dem Hauptfriedhof am Rodtberg parallel durchzuführen.

Zudem sei derzeit denkbar, dass für Beerdigungen seitens der Stadt nicht genügend Sargträger zur Verfügung stehen. Im schlimmsten Fall könne nicht ausgeschlossen werden, dass "die Absenkung des Sarges ins Grab mithilfe eines Baggers" erfolgen müsse. Um dies zu vermeiden, hofft die Verwaltung auf erfahrene Kräfte von Bestattern oder aus der Verwandtschaft oder Nachbarschaft der Verstorbenen.

Da die Krematorien zudem aufgefordert worden sind, Leichenbewegungen bei der zweiten Leichenschau zu reduzieren, dürfen sie derzeit keine Verstorbenen in persönlicher Kleidung mehr annehmen, sondern nur unbekleidete oder mit einem Totenhemd bekleidete Leichen. Begründet wird dies damit, dass zunehmend mit infizierten Verstorbenen gerechnet werden müsse, bei denen eine Corona-Infektion nicht bekannt war.

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