Aus dem Familienalbum: Hein Heckroth vor einem Bühnenbildmodell. REPRO: DKL
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Aus dem Familienalbum: Hein Heckroth vor einem Bühnenbildmodell. REPRO: DKL

Oscar-Preisträger

Zum 50. Todestag des Gießeners Hein Heckroth

  • vonDagmar Klein
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Am 6. Juli 1970, also vor 50 Jahren, starb der aus Gießen stammende Bühnenbildner und Oscar-Preisträger Hein Heckroth.

Die Hein-Heckroth-Gesellschaft hatte groß geplant: anlässlich des 50. Todestags von Hein Heckroth am 6. Juli sollte ein internationaler Workshop an der Justus-Liebig-Universität stattfinden. Doch ist bekanntlich jede Veranstaltung aufgrund des Corona-Lockdowns untersagt. Auch die für Herbst geplante Ausstellung mit Fotografien von Heckroths Bühnenräumen im Theater Frankfurt ist noch ungewiss. Dr. Markus Kiefer und Dietgard Wosimsky vom Vorstand der Heckroth-Gesellschaft hoffen nun auf das nächste Jahr. Immerhin ist dann auch der 120. Geburtstag Heckroths zu würdigen.

Ausstellung in Frankfurt

Hein Heckroth wurde am 14. April 1901 in Gießen geboren. Er lernte das Druckerhandwerk, wurde Maler und erfolgreicher Bühnenbildner an den Bühnen in Essen (Ballett Kurt Jooss). Nach einigen Kriegswirren und einem Leben im Exil, erhielt er für seine innovative Ausstattung des Hollywood-Films "The Red Shoes" 1949 einen Oscar. Nach mehr als 20 Jahren im Exil kehrte er Mitte der 50er Jahre nach Deutschland zurück, leitete bis zu seinem Tod 1970 die Bühnenbildnerei an den Städtischen Bühnen Frankfurt. Ebenso wirkte er an zahlreichen deutschen Filmen der Nachkriegszeit mit.

Der Tod ereilte ihn überraschend am 6. Juli 1970 während einer Reise in den Niederlanden. Sein Grab erhielt er auf dem Waldfriedhof Oberrad in Frankfurt, den Grabstein gestaltete der befreundete Bildhauer Hans Steinbrenner. Nach Ablauf des Nutzungsrechts und fehlendem Interesse vonseiten der Stadt Frankfurt, sorgte die Heckroth-Gesellschaft mit Unterstützung des Freundeskreis Alter Friedhof dafür, dass der Stein im Oktober 2019 auf den Alten Friedhof versetzt wurde.

Die Hein-Heckroth-Gesellschaft (www.hein-heckroth-ges.de) hält seit 2001 die Erinnerung an Hein Heckroth und seine künstlerische Lebensleistung wach, sie organisiert alle zwei Jahre die Vergabe des Hein-Heckroth-Bühnenbildpreises. Der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 10.000 Euro dotierte Preis steht im Zentrum der Vereinstätigkeit. Die Liste der Künstler umfasst bekannte Namen wie Erich Wonder, Achim Freyer, Robert Wilson, Christoph Schlingensief, Anna Viebrock, Bert Neumann und Katrin Brack. Dazu kommt die Verleihung des Nachwuchspreises, den die Stadt dotiert.

Workshop kann 2021 stattfinden

Durch ihre Vereinsarbeit möchte die Heckroth-Gesellschaft dazu beitragen, dass Heckroth als das wahrgenommen wird, was er war: eine überragende Gestalt, die über Jahrzehnte mit vielen Theater- und Filmgrößen - von Gustaf Gründgens bis Alfred Hitchcock - aufs Engste zusammengearbeitet hat. Dies sollte auch bei dem geplanten öffentlichen Workshop im Fokus stehen, den die Heckroth-Gesellschaft gemeinsam mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Gießen für nächste Woche geplant hatte. Vereinsvorsitzender Dr. Marcus Kiefer ist zuversichtlich, dass der um ein Jahr verschobene Workshop wie geplant stattfinden kann. Alle Redner konnten ihre Zusage geben, zum Nachholtermin am 25. Juni 2021 nach Gießen zu kommen. Darunter ist der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Ian Christie aus London.

Im laufenden Jahr entsteht in Kooperation mit Oper, Schauspiel und Universität Frankfurt (Sammlung Musik und Theater) eine Fotoausstellung zu Heckroths Frankfurter Bühnenräumen, die im Chagall-Saal der Städtischen Bühnen Frankfurt gezeigt werden soll. Geplant war die Ausstellungseröffnung für Oktober. Noch ist der Eröffnungstermin in der Schwebe, doch geht die Heckroth-Gesellschaft derzeit davon aus, dass die Ausstellung noch 2020 starten kann.

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