seg_kramer_181121_4c
+
Veterinärmediziner Martin Kramer ist der neue Vizepräsident für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der JLU.

Tiermediziner wird JLU-Vize

  • VonSebastian Schmidt
    schließen

Gießen (seg). Veterinärmediziner Martin Kramer ist diesen Mittwoch mit großer Mehrheit zum neuen Vizepräsidenten für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gewählt worden. Kramer wird damit ab dem 22. November die Nachfolge von Peter Kämpfer antreten, der das Amt seit 2015 innehatte.

Erster Versuch bereits Ende Juni

Mit 29 Ja-, vier Neinstimmen und einer Enthaltung ging die Wahl im Erweiterten Senat der JLU klar für Kramer aus, der im Anschluss lauten Applaus sowohl von den Senatorinnen und Senatoren als auch aus dem Publikum erhielt. Das war nicht der erste Versuch dieses Jahr, das Amt neu zu besetzen. Bereits Ende Juni kam der Erweiterte Senat zusammen, um die Ämter der Vizepräsidenten für Studium und Lehre einerseits und für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses andererseits zu wählen. Während damals die Klassische Archäologin Katharina Lorenz mit den nötigen Stimmen zur neuen Vizepräsidentin für Studium und Lehre bestimmt wurde, konnte Psychologin Katja Fiehler die Stimmberechtigten nicht überzeugen. Dabei hatte JLU-Präsident Joybrato Mukherjee Fiehler kurz vor der Abstimmung noch als eine »auf der Hand liegende Wahl« bezeichnet.

Kramer stellte vor dem Urnengang am Mittwoch - der übrigens digital stattfand - seine Vision für die JLU vor. Laut dem Tiermediziner stehe die Hochschule dabei nach dem Hackerangriff und der Pandemie vor einer »hochkomplexen Zukunft« und müsse sich »innovativ weiterentwickeln«. Im Bereich der Forschung sieht Kramer die JLU durch die Arbeit seiner Vorgänger gut aufgestellt. Die Universität habe sich in der Spitzenforschung sichtbar gemacht. Eine Idee, die Kramer vorstellte, um diesen Weg weiterzugehen, sei es, sämtliche sieben Fachbereiche durch externe Gutachter beraten zu lassen, »um Anregungen einzuholen«.

Spitzenforschung und Volluniversität

Der langjährige Dekan der Veterinärmedizin machte aber auch deutlich, dass er Spitzenforschung und breit aufgestellte Volluniversität nicht gegeneinander ausspielen will. Kramer sagte: »Wir müssen unsere Vielfältigkeit erhalten.«

In Bezug auf den wissenschaftlichen Nachwuchs betonte der neue Vizepräsident anschließend die Wichtigkeit der wissenschaftlichen und der administrativ-technischen Mitarbeiter: »Keine Spitzenforschung ohne dieses Personal.«

Und auch die Studierenden erwähnte Kramer in seiner Wahlrede: »Sie haben immer einen Anspruch auf die beste forschungsbasierte Ausbildung.« Soweit es möglich sei auch in Präsenz.

Für ein Studium vor Ort demonstrierten zu Beginn der Senatssitzung rund 50 Studierende vor dem Universitätshauptgebäude unter dem Motto: »Gießen für Präsenz«. Wann das wieder möglich sein wird, wird aber der Krisenstab der JLU entscheiden und nicht der neu gewählte Vizepräsident.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare