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Auch unter den neuen Corona-Bedingungen weckt das Stadttheater mit einem attraktiven Spielplan wieder die Lust auf einen Theaterbesuch. FOTO: SCHEPP

Theaterlust statt Virusfrust

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Die neue Spielzeit am Stadttheater wird eine, bei der man als Abonnent eindeutig Vorteile hat. Denn die Treue zum Haus soll in schwierigen Zeiten belohnt werden. Für alle anstehenden Vorstellungen wurden zwar den dann geltenden Hygieneanforderungen entsprechende Lösungen gefunden, aber vor allem auch "gültige Aufführungen", die Lust auf Theater machen sollen. Von einem Notspielplan ist die neue Saison weit entfernt.

Aus der durch Corona ausgebremsten Spielzeit 2019/20 gibt es noch ausstehende Premieren bzw. Aufführungen, die am Stadttheater teils kurz nach der Premiere abgebrochen werden mussten oder gar nicht erst zur Aufführung kamen. Dem wird im neuen Spielplan für die Saison 2020/21 Rechnung getragen. Charles Wuorinens Oper "Brokeback Mountain" oder das Schauspiel "Erinnya" von Clemens J. Setz (inszeniert von Titus Georgi) werden somit ab September am Haus zu erleben sein. Begehrte Aufführungen wie das Bowie-Musical "Lazarus", die Komödie "Der Vorname" und Molières "Tartuffe" werden, an Corona-Erfordernisse angepasst, erneut gespielt.

Doch damit natürlich nicht genug. So wird es im Schauspiel ab September weitere Premieren geben, die Lust auf Theater machen und wichtige Themen auch abseits der Pandemie aufgreifen. Nach dem Auftakt mit "Erinnya" (19. September), in dem ein surreales Szenario einer Zukunft entworfen wird, in der sich Wahnvorstellungen und Technologie verbinden, folgt "Gold" von Philipp Gärtner" (14. November). Dieses Märchen vom Niedergang des Superkapitalismus inszeniert auch Titus Georgi.

Von "Spamalot"...

Auf dem Schauspielplan stehen außerdem Heinrich von Kleists Lustspiel "Der zerbrochne Krug" (Katharina Ramser, 9. Januar), Monty Pythons schräges, auf dem Film "Ritter der Kokosnuss" basierendes Musical "Spamalot", das Thomas Goritzki umsetzt (27. Februar), und schließlich "Welt am Draht" nach einem Drehbuch von Rainer Werner Fassbinder und Fritz Müller-Scherz. Das erschreckend aktuelle Stück über Identitätseinheiten, rätselhafte Simulationen und Überwachung inszeniert Antje Thoms (17. April).

Auch in der taT-Studiobühne darf man sich auf interessante Neuproduktionen freuen: Christian Fries führt Regie bei "König Ubu" von Alfred Jarry, Lukas Goldbach setzt das Schauspiel "Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends" nach einer Erzählung von Peter Licht in Szene und dann folgt das dramatische Kompendium "Bookpink" als deutsche Erstaufführung von Caren Jeß mit schrägen Vögeln und barocker Zügellosigkeit. Auch Heiner Müllers "Die Hamletmaschine" als Live-Hörspiel, der Martin-Gärtner-Soloabend zu "Antigone" (Neudichtung von Bodo Wartke) und der Monolog "Das Leben des H. erzählt von seinem Kunsthändler" von Tom Peukert stehen an.

...bis "Fledermaus"

"Zwei Tauben für Aschenputtel" heißt das Familienstück, das am 23. November Premiere haben wird. Patrick Schimanski wird das Stück von Catharina Fillers und Stefanie Schnitzler frei nach den Gebrüdern Grimm für alle ab sechs Jahre inszenieren. Es geht um Rivalität unter Geschwistern, Selbstachtung und jede Menge Poesie. "Ein König zu viel", einen Theaterstreit von Gertrud Pigor für alle ab vier Jahre, bringt Abdul M. Kunze auf die taT-Studiobühne. Für alle Altersstufen viel zu entdecken gibt es auch wieder bei den Angeboten in der Reihe "Musik am Vormittag" mit "Strawinsky imitiert Bach", "Game Music" oder "Der Karneval der Tiere".

Im Musiktheater-Spielplan hat der neue Interims-Generalmusikdirektor Florian Ludwig Akzente gesetzt. Nach Verdis "Macbeth" (5. September) folgen die Chor-Oper "Zaira" (19. Dezember) von Vincenzo Bellini mit prachtvollen Melodien, die konzertante Aufführung der Oper "Notre Dame" von Franz Schmidt zur Geschichte von Esmeralda und Quasimodo, und Albert Lortzings Opernrarität "Regina", in der es um Freiheitskampf und streikende Arbeiter geht (20. März). "Brokeback Mountain" (15. Mai) und die Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss (31. Oktober) werden ebenso zu erleben sein wie der neueste Hit der Schmachtigallen, die ihre musikalische Gruselkomödie "Das Vermächtnis" in der Inszenierung von Wolfgang Hofmann zeigen (18. Oktober). Im Theaterstudio ist die Neuproduktion "Krieg. Stell dir vor, er wäre hier" zu hören, inszeniert von Hans-Walter Richter, mit Herbert Gietzen als musikalischem Leiter.

Das Stadttheater hat für die kommende Spielzeit namhafte Sängerinnen und Sänger gewinnen können. So wird Sopranistin Katrin Kapplusch in "Macbeth" zu erleben sein. Weitere Namen sind: Evelyn Krahe, Netta Or, Melinda Paulsen, Wilhelm Schwinghammer, Sebastian Noack, Kouta Räsänen, Matthew Anchel sowie Mischa Schelomianski und Ewandro Stenzowski.

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