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In der Kita »Wilde 13« können Eltern ihre Kinder zweimal in der Woche testen.

Corona

Corona-Teststrategie für Kindertagesstätten in Gießen kommt

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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In Gießen soll es auch in Kitas ein Angebot für Coronatests geben. Unabhängig davon läuft zu diesem Thema ein Modellprojekt in einer Kita in Lützellinden an.

Gießen - Der Magistrat muss eine Corona-Teststrategie für Kindertagesstätten entwickeln - und umsetzen. Im Sozialausschuss sprach sich am Mittwochabend eine Mehrheit für diesen Schritt aus. Bei der Abstimmung im Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung am Berliner Platz kam es zu ungewohnten Konstellationen: Drei Christdemokraten und ein Mitglied von Gigg/Volt stimmten dafür, zwei Grüne und ein Freier Wähler dagegen. Enthaltungen kamen von FDP, SPD und AfD. Zwei weitere Grüne beteiligten sich an der Abstimmung überhaupt nicht.

Eingebracht hatte den Antrag von Gigg/Volt. Dort weist die Fraktionsgemeinschaft darauf hin, dass für Schulkinder regelmäßige Tests zu Verfügung stehen - aber nicht für die Jüngeren. Dabei unterstütze das Land die Kommunen mit der Übernahme von 50 Prozent der Kosten.

Umgesetzt werden sollen die Corona-Testungen in den Kitas spätestens nach den Herbstferien, sollte bis dahin keine Trendwende bei den Infektionszahlen sichtbar sein. Bei der Entwicklung der Strategie sollen auch die anderen Träger der Einrichtungen in der Stadt eingebunden werden.

Coronatests in Kitas in Gießen: Beginn spätestens nach Herbstferien

Es ist wohl ein Zufall, dass zeitgleich ein Modellprojekt in der Kita »Wilde 13« in Lützellinden begonnen hat. Nachdem dort Anfang September vier Personen positiv auf Covid-19 getestet wurden, waren nach Angaben des Gesundheitsamts 56 Personen in Quarantäne geschickt worden. Außerdem erhielten die älteren Geschwisterkinder der Betroffenen ein Betretungsverbot für die Lindbachschule. Vor diesem Hintergrund habe der Elternbeirat der Lützellindener Kita darum gebeten, dort in den kommenden vier Wochen gezielt zu testen, teilte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage am Mittwochmorgen mit. Zu jenem Zeitpunkt hatte es noch keine Überlegung gegeben, dieses Projekt auszuweiten, hieß es vonseiten der Stadt. Diese Einschätzung dürfte mit dem Abstimmungsergebnis im Sozialausschuss obsolet sein.

In der Kita »Wilde 13« sollen die Eltern wöchentlich zwei Lolli-Tests zu Verfügung gestellt bekommen. Nach einer Einverständniserklärung der Eltern soll im Idealfall montags und mittwochs getestet werden. Eine Teilnahme, betont Behördensprecherin Claudia Boje, sei aber nicht verpflichtend. »Allerdings werben die Eltern, die Kita und wir natürlich dafür, daran teilzunehmen.« Die Tests dienten der eigenen Sicherheit und der der eigenen Umgebung - »ob per Selbsttest oder kostenlosem Schnelltest im Testcenter«.

Die Erzieherinnen und Erzieher haben bereits jetzt die Möglichkeit, sich zwei Mal pro Woche testen zu lassen. Die Tests für die Mitarbeitenden in den Kitas werden vom Land Hessen bezogen - jeder Mitarbeitende erhält zwei Tests pro Woche

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