Mai Thi Nguyen-Kim ist das neue Gesicht der ZDF-Wissenschaftsreihe "Terra X". Ihren dreiteiligen Filmbeitrag zur Chemie hat sie hauptsächlich im Gießener Liebig-Laboratorium gedreht.
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Mai Thi Nguyen-Kim ist das neue Gesicht der ZDF-Wissenschaftsreihe »Terra X«. Ihren dreiteiligen Filmbeitrag zur Chemie hat sie hauptsächlich im Gießener Liebig-Laboratorium gedreht.

Wissenschaft

Mai Thi Nguyen-Kim dreht für ZDF-Reihe in Gießen - Termine für Ausstrahlung stehen

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hat gleich mehrere Szenen für neue Folgen der ZDF-Reihe »Terra X« im Liebig-Museum gedreht. Die Dreharbeiten fanden Ende Mai unter strenger Geheimhaltung statt. Doch nun stehen die Sendetermine fest. Am 10. Oktober geht es los.

Gießen – Als Justus Liebig Anfang des 19. Jahrhundert seinen Studenten die Wunder der Chemie erklärte, war es dem berühmten Gießener Professor wichtig, alles möglichst anschaulich zu zeigen. Das von ihm eingerichtete Laboratorium bot hier gute Voraussetzungen. Mittlerweile ist das Laboratorium zum Liebig-Museum geworden und Wissenschaftsthemen werden auch im Fernsehen populärwissenschaftlich erklärt. Hier ist die Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim ein populäres Gesicht und die Neue im Team von »Terra X«. Und weil sie in den neuen Folgen der ZDF-Reihe die Wunderwelt der Chemie erklären wird, wurde im Liebig-Museum die dazu passende Kulisse gefunden.

„Terra X“-Filmcrew vom Gießener Museum begeistert

Schnell wurden aus ursprünglich zwei geplanten Drehtagen Ende Mai in Gießen gleich sechs. Denn das Liebig-Museum mit seinem original erhaltenen Laboratorium und dem historischen Hörsaal beeindruckte die Filmcrew. Einige Passagen wurden auch im Deutschen Museum in München gedreht und auch in einem historischen Labor in Paris. »Die Tatsache, dass das Liebig-Museum als Hauptdrehort gewählt wurde, verdanken wir unserer neu gestalteten Homepage«, berichtet sichtlich stolz Prof. Eduard Alter. Der Vorsitzende der Liebig-Gesellschaft hat mit Experimentator Dr. Herbert Lepper und dem für die Kommunikation zuständigen Manuel Heinrich das Filmteam tatkräftig unterstützt.

Und dabei waren die Voraussetzungen für den Dreh in Gießen nicht ganz einfach. Denn Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hat sich mit ihren wissenschaftlich fundierten Äußerungen zu Corona einige Gegner in der Querdenker- und Corona-Leugner-Szene gemacht und sogar schon Drohungen erhalten. So durfte die Öffentlichkeit zu ihrem Schutz vom Dreh in Gießen nichts mitbekommen. Doch zum Glück hat alles reibungslos funktioniert.

Mit „Terra X“ eine Zeitreise zu Justus Liebig im Gießener Museum

Und auch die Suche nach Komparsen war schnell erledigt. Dank eines Instagram-Aufrufs wurden 15 Laiendarsteller gefunden, die beim Dreh im Hörsaal passend kostümiert Studenten des Chemikers mimten. Nicht alle Kleindarsteller sind auch im echten Leben Studierende. »Dass es nur 15 sind, hängt mit den Corona-Einschränkungen zusammen«, erläutert Manuel Heinrich. Schauspieler und Komiker Michael Kessler übernahm zudem die Rolle von Justus Liebig und anderen Wissenschaftlern, etwa die des Lachgas-Erfinders Joseph Priestley, denen die Moderatorin auf ihrer Zeitreise begegnet.

In der ersten Folge der »Terra X«-Reihe »Wunderwelt Chemie« erklärt die Chemikerin die Grundlagen der faszinierenden Wissenschaft. In der zweiten Folge, die maßgeblich im Liebig-Museum gedreht wurde und am 17. Oktober unter dem Titel »Die Magie der Verwandlung« im ZDF ausgestrahlt wird, berichtet sie von den herausragenden Leistungen der angewandten Chemie und deren Folgen. In der letzten Folge des »Terra-X«-Chemie-Dreiteilers geht es um den menschlichen Körper, der ein lebendes Labor ist.

„Terra X“-Reihe „Wunderwelt Chemie“ zeigt Laboratorium von Justus Liebig in Gießen

»Die Natur selbst ist die großartigste Chemikerin«, betont die Wissenschaftskommunikatorin, »und für eine nachhaltige Welt können wir noch viel von ihr lernen.« Und was wäre da besser geeignet als ein Besuch im ehemaligen Laboratorium von Justus Liebig? Denn er war einer der Großen, der die Grundlagen der modernen angewandten Chemie legte. Er tüftelte an Düngemitteln für die Landwirtschaft, entwickelte Säuglingsnahrung und Würzextrakte. Und er war einer der Ersten, der die Chemie einem großen Publikum verständlich machen wollte. Seine »Showvorlesungen« sind Legende. »Es knallte, puffte und rauchte so dramatisch, dass Studenten und Prominente ihrer Zeit aus dem Staunen kaum herauskamen«, so Nguyen-Kim.

Die Antwort der 34-jährigen Wissenschaftsjournalistin auf die Frage, wen sie gerne bei einer echten Zeitreise treffen würde, dürfte die Herzen der Liebig-Museum-Organisatoren noch höher schlagen lassen. Sie lautet: Justus von Liebig. »Durch meine Arbeit an der ›Terra X‹-Reihe habe ich diesen großartigen deutschen Chemiker noch einmal ganz anders kennengelernt. Er war wahnsinnig breit aufgestellt und ein richtig smarter Erfinder. Würde er heute leben, wäre er bestimmt schon längst in ›Die Höhle der Löwen‹ aufgelaufen.« Außerdem sei er einer der ersten Wissenschaftskommunikatoren gewesen. »Er hatte einen Drang, seine Begeisterung für Chemie mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Ich kann das sehr nachfühlen«, sagt Nguyen-Kim.

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