Telekom soll Callcenter-Arbeitsplätze erhalten

Gießen (pd). Da waren sich am Donnerstag zu später Stunde alle Fraktionen einig: Mit harscher Kritik reagierte das Stadtparlament auf die geplante Schließung des Callcenters der Telekom in Gießen und forderte den Konzernvorstand auf, von diesem Vorhaben sowie der in der Folge geplanten Arbeitsplatzverlagerung abzusehen.

Gießen (pd). Da waren sich am Donnerstag zu später Stunde alle Fraktionen einig: Mit harscher Kritik reagierte das Stadtparlament auf die geplante Schließung des Callcenters der Telekom in Gießen und forderte den Konzernvorstand auf, von diesem Vorhaben sowie der in der Folge geplanten Arbeitsplatzverlagerung abzusehen. Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann (CDU) sprach ebenso wie die SPD-Fraktionsvorsitzende Dietlind Grabe-Bolz von einer Fehlentscheidung des Konzerns, der mit Gießen eine Stadt treffe, die ohnehin eine schwierige Arbeitsmarkt- und Sozialstruktur besitzt.

Was die Telekom sich in Gießen erlaube, sei ein "starkes Stück", sagte Haumann und bezeichnete es als abenteuerlich, wie ausgerechnet ein Kommunikationsunternehmen eine solche Entscheidung weitergebe. Ohne Mitsprachemöglichkeit seien Gießen und Fulda "negativ in Kenntnis gesetzt" worden, während man Fulda einen "positiven Brocken" hingeworfen habe. Die betriebswirtschaftliche Rechnung könne nicht aufgehen, verwies der OB auf den vergleichsweise teuren Telekom-Standort Eschborn, der erhalten und sogar noch ausgebaut werden soll. Wenigstens habe er inzwischen ein Angebot, regional Verhandlungen mit dem Unternehmen zu führen.

Doch bis dahin seien zahlreiche Versuche der Kontaktaufnahme gescheitert. "Ob sie anrufen, mailen oder schreiben - Kommunikation ist nicht die Stärke der Telekom", fasste er zusammen.

Solche Erfahrungen bestätigte auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Grabe-Bolz. Zwar spreche die Telekom von einer Arbeitsplatzverlagerung, doch der Konzernvorstand wisse ganz genau, dass sehr viele Mitarbeiter nicht in der Lage seien, einfach den Arbeitsplatz zu wechseln und von Gießen nach Eschborn zu pendeln. "Es wurden auf kaltem Wege Fakten geschaffen", so Grabe-Bolz.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Peter Möller verwies auf die "deutlich bessere Struktur" der begünstigten Standorte Eschborn und Fulda. "150 Arbeitsplätze sind kein Pappenstiel", kritisierte er die nicht vorhandene Informationspolitik des Konzerns. (Foto: Schepp

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